Ein Spielball in Händen von Menschen, deren Begegnung uns schon Entsetzen bereitet.
Immer ,, auf Draht" sein müssen, immer wach. Einen Augenblick nur vergessen, wo wir sind, eine schlechte Laune des Lagerführers, des Block- oder Stubenältesten, und wir fallen auf, werden gedemütigt, beschimpft, getreten, geschlagen Die geringste Widerrede, ein unglückliches Zucken der Muskeln, und wir werden gemeldet, bestraft durch stundenlanges Stehen am Lagertor, in strammer Haltung, in Sturm und Wetter, durch Entzug der Nahrung, durch Stockhiebe.
Ohnmacht,
Das niederdrückende Gefühl absoluter Recht- und Schutzlosigkeit gegenüber tollgewordenen Gewalten.
Die unentrinnbare und schmachvolle Notwendigkeit: betteln, feilschen, sich verstellen, krumme Wege gehen zu müssen, um sich notdürftig am Leben zu erhalten.
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Die wachsende Erschöpfung schon wieder an Körpergewicht verloren, mein Gott, wie soll das enden. Die Füße schwellen! Wasser! Und das Herz fackelt. Und alltäglich vor Augen, wie Kameraden, die nicht mehr können, vom Block, vom Arbeitsplatz und vom Appellplatz zum Revier geschleppt werden, um da zu sterben. In der Morgenfrühe schon die schreckhafte Begegnung mit den Leichenträgern und der würgende Dunst verbrannter Leichen an trüben Tagen vom Krematorium her.
Die stete Unsicherheit, gesteigert durch mysteriöse Andeutungen von Mund zu Mund, von Verhör und Bunker, von Erschlagenen und Erwürgten, Erschossenen, Erhängten. In der Nacht hat sich einer' aufgehängt; im Block ist ein Brotdieb erschlagen worden; ein Wahnsinniger hat sich in den hochgespannten Stacheldraht geworfen und ist verbrannt.
Dieser ununterbrochene Kontakt mit Grauen und Tod, Tag für Tag, Woche um Woche.
Das bringt die Masse der Häftlinge zunächst in einen Zustand dumpfer Verzweiflung. Die Sinne schwächen sich ab; das
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