morgen früh. Wenn man doch nur wüßte, daß es jetzt nach Schweden ginge!
Ich habe das unangenehme Gerücht gehört, daß alles, was wir bei uns tragen, und alle Kleider, die wir anhaben, alles ohne Ausnahme nach unserer Ankunft verbrannt wird. Ob es in Dänemark oder in Schweden ist, weiß ich nicht, aber es ist entscheidend. Sollte es in Schweden sein, dann werde ich meine kleinen Dinge wohl vor den Flammen retten können. In Dänemark kann es schlimmer werden. Es mag ja sein, daß das der Gestapo letzte Filzung ist! Es wäre sehr ärgerlich, wenn ich dieses Tagebuch verlieren sollte, nachdem ich es nun mal so fleißig geführt habe. Ich muß sehen, daß ich eine schwedische Lotte dazu verführen kann, es für mich mitzunehmen. Aber Frode nahm ja ein Brotbrett mit. Ob es wohl schiefgegangen ist? Jetzt ist Frode in Schweden !
19. April 1945
Ein Transport von unserem Revier hätte heute morgen abgehen sollen. Alle waren schon bereit. Da kam Bescheid, daß alle Transporte bis auf weiteres eingestellt seien. Das war eine Enttäuschung! Es verhielt sich damit so:
Gestern waren die Verhandlungen in Berlin über unsere Evakuierung beendet. Wir sollten alle evakuiert werden. Spät am Abend kam der Gegenbefehl von Himmler : Alle Transporte sind einzustellen! Der Grund ist unbekannt. Man muß annehmen, daß er militärischer Art ist. Der Professor erzählt, daß Bernadotte heute nach Dänemark flog und jetzt im Auto hierher unterwegs ist. Er will versuchen, die Verhandlungen weiterzuführen, um nach Möglichkeit eine Erlaubnis für unsere Evakuierung zu erwirken. Eine solche Evakuierung ist jedoch auch nicht gefahrlos. Sechs oder sieben dänische Omnibusse sind bereits zerschossen worden, und ein Chauffeur hat einen Schuß durch den Schenkel bekommen. Dies geschah auf der Rückreise nach Dänemark . Es kann problematisch werden, jetzt mit Transporten auf den Straßen zu liegen. Die Schweden sind der Ansicht, daß die Lage im Falle einer Besetzung heikel für uns ist. Der Professor hat es tatsächlich aus
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