ein kleines, in dem ungefähr fünfzig Norweger gut behandelt werden. Aber sich hier von den Freunden trennen müssen, mit den Wurzeln herausgerissen werden und wieder von vorne beginnen wieder einmal Zugänger werden!
Ich ging geradenwegs ,, nach Hause". Sofort waren alle bereit, die Sache für mich in Ordnung zu bringen, dafür zu sorgen, daß mein Name auf der Liste gestrichen wird zu ordnen, zu organisieren. Den Rest des Tages benutzte ich dazu, mich zu orientieren und möglichst viel zu regeln, aber ohne sichtbares Ergebnis. Jetzt mag es laufen, wie es will. Wahrscheinlich geht der Transport übermorgen ab. Ich bin ganz durcheinander von all den Ratschlägen, mit wem ich sprechen darf, mit wem nicht, was ich hätte tun sollen und was ich unter keinen Umständen tun darf usw. Ich sitze bei Schiffer und schreibe. Ich mag nichts essen und bin müde. Ich verspreche mir weder das eine noch das andere. Die Nachrichten sind gut, und der Krieg ist im März zu Ende.
19. Januar 1945
Ja, wahrhaftig, es sieht aus, als wenn der Krieg demnächst zu Ende sei. Das Blatt hat sich vollständig gewendet. Die Offensive der Russen ist phantastisch, und im Westen ist die deutsche Offensive schon lange zusammengebrochen. Jetzt gehen die Amerikaner mit den Engländern zusammen auf der ganzen Front zum Angriff vor. Gestern erfuhr ich, daß der deutsche Reichstag einberufen werden solle. Als er das letztemal zusammentrat, hieß es, jetzt werde er nicht mehr einberufen werden, bis der Krieg zu Ende oder das Land in tödlicher Gefahr sei. Außer dieser Nachricht gab es noch eine, nämlich, daß Großadmiral Raeder und Reichsbankdirektor Schacht als Gefangene ins Lager gekommen seien. Man sagt, daß sie sich in irgendeiner ,, Ehrenvilla" aufhalten. Die Nachrichten laufen alle in gleicher Richtung, und der Optimismus schwillt an. Jetzt rechnen wir damit, daß wir Ostern zu Hause sind. Zum Teufel! Es ist so lange her, seit wir eine Welle von Optimismus empfingen. Und das ist eine Flutwelle!
17 Nansen
257


