genommen wurden. Der Kommandant hat die Blockleiter und Vorarbeiter zusammengerufen, ihnen Disziplin eingeschärft und sie um Unterstützung gebeten, falls es mulmig werden sollte. Es scheint, als wenn sie doch etwas erwarteten in den kommenden Tagen.
Es sind merkwürdige Tage, voll von einer unbeschreiblichen Stimmung, einer Mischung von wahnsinnigen, hellen Hoffnungen und Angst vor dem Ausfall der Ungeduld und Spannung, denen man nicht entfliehen kann. Wir wollen sehr hoffen, daß es jetzt schnell gehen wird!
25. Juli 1944
Es scheint, als wenn der Wagenlenker Olsen in bestem Wohlbefinden weiterlebte. Alle die Kräfte, die früher für die Beendigung des Krieges arbeiteten, sind aus dem Spiel gesetzt, und die SS bestimmt. Als deutliches Zeichen der Degradierung der Wehrmacht ist der Wagenlenkergruß auch bei ihr eingeführt worden. Er bedeutet ihre letzte und endgültige Nazifizierung. Es fragt sich nur, ob sie vollkommen gelingen wird.
An den Fronten läuft es phantastisch, besonders im Osten. Sie stehen jetzt neunzig Kilometer von Warschau entfernt. Es sollte mich nicht wundern, wenn sie die Stadt in dieser Woche nehmen würden. Sie rücken jetzt viel zu schnell vor, als daß die Deutschen es wegerklären können, und die Stimmung unter der SS ist sehr gemischt zu nennen, während sie unter den Gefangenen heller und zuversichtlicher denn je ist.
27. Juli 1944
Zwei größere Transporte mit Wagen sind jetzt hier aus dem Depot geholt worden und nach Polen gegangen, um dort bei der Evakuierung zur Verfügung zu stehen. Gestern zogen siebzehn Autozüge nach Königsberg. Eriks Chef, Lucian, war dabei. Erik ist glücklich und schläft und faulenzt auf der Arbeitsstelle, so gut es geht. Lucian wird sicher eine Woche wegbleiben, vielleicht länger, vielleicht kehrt er nie zurück! Erik wird bei dem Gedanken so hingerissen, daß er beinahe schmilzt.
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