20. April 1944 Des Führers Geburtstag! Die Sonne scheint von einem absolut wolkenfreien Himmel, und alle erwarten Besuch. Bis jetzt ist nichts Besonderes passiert. Heute morgen ertönte irgendwo etwas Musik. Der Appell fing eine Viertelstunde später an als sonst, und als wir hinausmarschierten, sahen wir bereits ein Rednerpult vor dem Haupteingang aufgestellt. Es war sechs Uhr. Der Festredner war frühzeitig in Betrieb gewesen. Vielleicht war es auch die einzige Chance. Sie rechneten ja auch mit Besuch.
23. April 1944
Sowohl der berüchtigte Geburtstag wie auch die Tage darauf verliefen friedlich. Nur nachts wurde etwas geschossen, auch einige Bomben fielen- wahrscheinlich auf Berlin . Im übrigen ist es anscheinend überall ruhig. Die Aktivität ist einer großen Stille gewichen. Stille vor dem Sturm?
Heute ist wieder mal Sonntag, und gestern bekam ich wieder einen prächtigen Brief von Kari. Gott segne sie! Alles wäre viel, viel schlimmer ohne ihre Briefe.
Frode wurde gestern wieder krank. Fieber und Grippe im ganzen Körper. Heute nacht lief er übrigens draußen herum. Er hat vorläufig drei Tage Schonung bekommen. Erik arbeitet wieder, Arvid auch. Sie sind einigermaßen gesund.
24. April 1944
Frode wurde gestern wieder aufs Revier gelegt. Schon beim Anstehen vor der Krankenbaracke wurde ihm so schlecht, daß man ihn wegführen mußte. Wir ,, besuchten" ihn später durch das Fenster. Er war recht elend, der Arme.
27. April 1944.
Vorgestern wurde ich zur politischen Abteilung gerufen und muẞte aus diesem Grund den ganzen Tag ,, zu Hause" im Lager bleiben. O nein, es handelte sich nicht um meine Entlassung, was alle sofort mit Sicherheit annahmen. Ich habe es mir ab
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