30. März 1944 Es ist schwer, etwas zu schreiben. Dieser grauenhafte, verfluchte Glaskäfig, in dem ich sitze, ist den ganzen Tag voll von Grünen. In Wellen kommen sie auf einmal an, setzen sich auf meinen Zeichentisch, auf mein Zeichenbrett, stürzen sich über den Ofen und schreien, machen Witze und amüsieren sich auf vollgermanische Art großartig. Sie sind entsetzlich.
31. März 1944
Die Russen dringen mit Riesenschritten voran. Neulich wurden drei Mann auf Block 28 geschnappt, während sie den Sender Moskau hörten. Sie hatten eine Schreibmaschine und fünf Durchschläge von der Sendung des Tages, und sie mußten gestehen, daß sie sie verteilen wollten. Sie werden wohl erhängt werden. Es wird erzählt, daß sie auch einen Sender besaßen. Wer weiß!
1. April 1944
Gestern starb Sand. Sein Fall war ernster, als wir glaubten. Er starb an Hirnhautentzündung. Er war ein liebenswerter Mann und es war eine traurige Nachricht, zu erfahren, daß er gegangen ist. Wieder einmal denkt man: Wie viele von uns werden sie erledigen, bevor es vorüber ist?
3. April 1944
Gestern bekam ich einen prächtigen Brief von Kari, strahlend von frohem Optimismus. Im August an unserem Weddingtag schreibt sie- werden wir wieder zusammen sein. Es ist merkwürdig, welche Wirkung solche Briefe haben. Alles verändert sich wie durch einen Zauberschlag. Das Düstere im Gemüt weicht dem Sonnenschein! Wenn diese Briefe doch etwas öfters kommen könnten!
5. April 1944
Gestern bekam ich ein Märzpaket von Kari und zwei Genfer Pakete. Sonst erhalte ich regelmäßig kleine Pakete von Freunden. Es ist merkwürdig, wie doch jede kleine Sendung eine
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