Sache arrangiert hat, sagt, daß die Motive aus dem Krieg geholt werden sollen. Er möchte wohl diese Arbeit, zu der er bereits die Skizzen angefertigt hat, loswerden. Wahrscheinlich sollen wir nur Alfreds Skizzen ausführen. Mit dieser Arbeit sind wir dann wohl für einige Monate gesichert. Vorläufig ist das ja noch eine lange Zeit- selbst wenn sie kaum ausreichen wird, um uns bis zur Entlassung zu beschäftigen...
Es sind weitere fünfundsiebzig Norweger in das Lager gekommen. Sie verließen Grini bereits, bevor der letzte große Transport abging, haben sich aber unter kümmerlichen Umständen in Kiel aufgehalten- nämlich im Gefängnis. Hier im Lager sind sie im Block 14 gelandet; das ist ein Zugangsblock. Schlimmer konnten sie es nicht bekommen. Dort regiert ein Teufel von einem Blockältesten, der schlägt und sich schlimmer als ein wildes Tier benimmt. Als Berg- Hansen dort war jetzt auf unserem Block-, hat dieser Blockälteste während des Exerzierens einen Holländer totgeschlagen. Der blieb draußen auf dem Platz vor den Baracken liegen.
- er ist
Gestern war ich mit Frode und Görrisen zusammen bei Dr. Daae zum ,, Mittagessen". Dr. D. kam aus dem Berliner Gefängnis, wo er mehrere Monate gesessen hat, auch während der letzten Bombenangriffe auf Berlin . Das sei unheimlich gewesen. Görrisen wird auch bald auf unseren Block kommen.
27. Dezember 1943
Am Abend vor Heiligabend wurde ich krank, hatte neununddreißig Grad Fieber. Mich dünkte, das Leben sei dunkler, trauriger und elender denn je. Sicherheitshalber ging ich auf das Revier zum Arzt- denn ich habe ja Kari versprochen, mich in acht zu nehmen. Dadurch wurde es mir denn vergönnt, auch diese Zeremonie zu erleben. Vollkommen im gleichen Stil wie all das andere, was hier vor sich geht. Eine lange Reihe gebrechlicher Individuen stellen sich in Schlange, nachdem sie an stundenlangen Appellen teilgenommen haben- oft bei zehn bis zwanzig Grad Kälte. Auch mit diesen Leuten wird exerziert - man sollte es nicht für möglich halten. ,, Aufstellung- Vorder
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