Wurst. Das war Rekord. Jetzt wird es wohl nicht mehr lange dauern, bis wir Häcksel bekommen!;
Heute regnet es, und zum ersten Male aßen wir zu Mittag drinnen im Verschlag. Wir werden das wahrscheinlich auch in Zukunft tun, denn wir haben jetzt mehr Platz bekommen. Das ganze Kommando ist aufgeteilt, der andere Teil ist wo- anders. Leider gehört Erik nicht zu unserem Kommando. Er ist nicht mehr gesund, aber auch nicht krank genug, um von den Ärzten in das Revier aufgenommen zu werden. Er muß wohl erst eine Lungenentzündung bekommen, wie es einem anderen neulich erging. Er stand neben mir auf dem Appell- platz- plötzlich fiel er zusammen. Ohnmächtig. Wir hoben ihn auf und hielten ihn fest; denn forttragen durften wir ihn nicht, ehe der Appell beendet war. Selbst das bedeutete eine große Gunst. Ich half, ihn auf das Revier zu tragen. Am Abend er- zählte mir Oftedal, daß er eine Lungenentzündung habe. Mit vierzig Grad Fieber habe er am Abend vorher auf dem Appell- platz gestanden. Frode ist auch krank. Ich bin o. k., aber Gott weiß, daß man hier Gelegenheit genug hat, krank, und sehr wenig Gelegenheit, wieder gesund zu werden. Aber es wird dunkel. Ich kann nicht mehr weiterschreiben, auch nicht mehr arbeiten. Wir sind noch immer bei den Krokodilen, dazu haben wir verschiedene andere Tiere angefertigt, und Pferd und Hase und Esel stehen noch auf dem Programm. Das ist ein Idioten- programm und eine Idiotenarbeit, aber ich werde schon damit fertig werden. Verlaß dich darauf!
12. November 1943
Frode geht es heute schlechter, aber wir halten ihn über Wasser mit Hilfe von Albyl und Chinin. Erik ist auch noch krank, aber er verlangt nach Tabak, und ich glaube nicht, daß es dann ganz so schlimm steht.
Gestern abend war Fliegeralarm. Ich hatte eine nachdrück- liche Jubiläumsvisite erwartet, aber sie blieb aus. Kurz nach- dem wir zu Bett gegangen waren, kam die Entwarnung, und damit war Schluß. Es wurde nicht einmal geschossen. Oder hatte der Besuch vielleicht ein anderes Ziel als Berlin ? Wir
7 Nansen 97


