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Zur Geschichte der freien Verse in der deutschen Dichtung : von Klopstock bis Goethe / von Adolf Goldbeck-Loewe
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Seite
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spiele sind alle aus den Ubersetzungen des Ossian; ausser in diesen ist mir ein Hervortreten der Allitteration nicht aufgefallen. ¹)

§ 8o. Unter den Bindemitteln möchte ich unter- scheiden r. solche, die sich auf die Bindung von Versgruppen oder die Einfassung des ganzen Gedichts bezichen, und 2z. solche, die zur Bindung einzelner Verse dienen.

r. a) Fine Einfassung des ganzen Gedichtes, wie wir sie gelegentlich auch bei Klopstock beobachtet haben(vgl.§ 43), findet sich in den beiden ersten Oden an Behrisch, sowie auch in»Das Göttliche. gruppe in der letzten wiederholt; es wird gewissermassen erst das Thema angegeben, und dieses zum Schluss wieder rekapitulirt.

b) Zur Bindung einzelner Versgruppen dient der Refrain, dessen beim»Ziegeunerlied« bereits Erwähnung gethan ist(S 74). Ausserdem findet sich ein solcher in dem Gedichte»Elysium an Uranien«, in dem die Worte

Uns(mir) gaben die Götter Auf Erden Elysium

vor und zwischen den fünf vorhandenen Versgruppen sechsmal wiederkehren.(D. j. G. II, 2229).

Eine eigentümliche Art der Bindung liegt in»Wanderers Sturmlied« vor. Die ersten vier Versgruppen beginnen mit dem Verse

Wen(Den) du nicht verlässest Genius;

und mit demselben Verse schliessen sie auch, ausgenommen die dritte Gruppe(vgl. D. j. G. II, S. 3 u. 4). Ein ähnliches Verfahren befolgte Goethe in einem kleinen Gedichte aus dem Nachlass zum»West-östlichen Divan«(W. A. VI, S. 290); in dem der erste und achte, sowie der vorletzte Vers mit den Worten be- ginnen:

Lasst mich weinen!

¹) Sicherlich nicht ohne Absicht wandte Goethe die Allitteration auch am Schluss des vierten Aufzuges der»Iphigenie« an: Vers 1728 u. 29 Sie halten die Herrschaft In ewigen Händen,

gl. auch V. 1739 u. 43. Ausgabe von Baechtold S. 99.