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Zur Geschichte der freien Verse in der deutschen Dichtung : von Klopstock bis Goethe / von Adolf Goldbeck-Loewe
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Und wo dem Mittagsstrahl Ein Pappelwäldchen wehrt. Und kehr' ich dann

Am Abend heim

Zun it

Vergoldet vom letzten Sonnenstrahl;

Lass mich empfangen solch ein Weib,

Den Knaben auf dem Arm!

Treffend hat Franz Muncker in seinem Werke über Klop

stock S. 327 das Wesen der freien Verse Goethes mit folgenden

Worten geschildert:»Er vermied»alles, wodurch dem deutschen

Ohr, unserm Sprach- oder Versgefühl Zwang angethan würde.

Antispastische

Rhythmen, mehrfache Häufung von Kürzen oder

Längen. gewaltsamen Wechsel im Takte vermied er so sorgfältig,

wie widernatürliche Stellungen oder undeutsche Konstruktionen.

So vermochte er allen seinen freien Rhythmen jenes natürlich

schöne Mass und jenen vollendeten Wohllaut zu verleihen, den

Klopstock nur in einzelnen, besonders gelungenen Teilen seiner

und da oft erst mit Aufgebot aller deklamatorischen

Kunstmittel, erreichte.«

Wir werden nun weiter schen, wie Goethe noch ausserdem

zu besonderen Bindemitteln griff.

Bevor ich jedoch hierzu übergehe, sind noch einige

Worte über die Allitteration zu sagen. Dieselbe fipdet sich

nur in den freien Versen der ersten Zeit, und ist auch hier, eben-

so wie bei Klopstock keineswegs als absichtlich angewandtes Bin-

anzuschen. Goethe braucht die Allitteration sehr selten.

Er mag sie wohl von Klopstock übernommen haben, darauf deutet

ein Beispiel(Annomination) wie:

Du schläfst im Grabe langen Schlaf

d. j. G. I, S. 286, V. 7) mit einiger Wahrscheinlichkeit hin

45), aber er machte von derselben bei weitem keinen s0

ausgedehnten Gebrauch, wie dieser; er verfuhr auch hier mit weiser

Finige andere Beispiele mögen noch angeführt werden: Schlug zum Schilde tönenden Schall,

Die Feigen wohnen in Furcht,

S. 280, V