lichen Liedern«; ihnen folgten Pald Uz, J. A. Schlegel, Giseke, Zachariä u. a.; alle aber wurden von Ramler und Klopstock über- troffen. Im Jahre 1748 erschienen die ersten Gesänge des»Mes- sias und legten nach mancherlei Vorversuchen den Grund zum deutschen Hexameter; Ramler brachte besonders die Horazischen Silbenmasse wieder zur Geltung. Klopstock blieb hierhei nicht stehen; er setzte aus den Silbenmassen der Alten verschiedene Versschemata zusammen und erfand sogar teilweise zu diesen neue hinzu. Wir werden sehen, wie sich bei ihm der Drang nach
grösserer Ungebundenheit noch in anderer Weise äusserte.
Kapitel I.
Die Entstehung der freien Verse Klopstock's und die Urteile der Zeitgenossen.
§ 2. Wie sehr auch die deutsche Verskunst um die Mitte des achtzehnten Jahrhunderts an äusserer Mannigfaltigkeit und innerer Bewegung gewonnen hatte— Klopstock kam doch zu der Ueberzeugung, dass es poetische Empfindungen und Gemälde gäbe, die trotz dieses Formenreichtums nicht wahr und natürlich zum Ausdruck gebracht werden könnten. Dieser Meinung gab er in der Vorrede zum ersten Bande der»Geistlichen Lieder« (1758 8. 15) Ausdruck, wo er erklärte, dass es vielleicht dem Inhalte gewisser Gesänge sehr angemessen sein würde,»wenn sie Strophen von ungleicher Länge hätten und die Verse die Strophen der Alten mit den unsrigen so verbänden, dass die Art der Harmonie mit der Art der Gedanken beständig übereinstimmte«, also in einem Silbenmass gebaut wären, das von Vers zu Vers wechselte. Und vor der Ode»Dem Allgegenwärtigen« steht im»Nordischen Aufscher«
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Uns trennt kaum der Tod. Mit demselben Arm. Deckte der Purpur. Nicht den bessern Wein. Der bleibende Ruf. An sanften Bächen.
Vielleicht blieb dieser Vorgang auf die späteren freien Verse Klopstock's nicht ohne Einfluss. 1*


