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(Bd. I St. 44 des Jahrganges 1758) statt des Titels folgende Finleitung: Es giebt Gedanken, die beinahe nicht anders als poetisch ausgedrückt werden können; oder vielmehr, es ist der Natur gewisser Dinge so gemäss, sie poetisch zu denken, und zu sagen, dass sie zu viel verlieren würden, wenn es auf eine andre Art geschähe. Betrachtungen über die Allgegenwart Gottes gehören, wie mich deucht, vornehmlich hierher.«(gl.§ 66 Anm.) Er zerriss daher die strophische Gliederung und jede systematische metrische Fessel überhaupt und baute Verse, deren einziges Ge- Setz auf dem musikalischen Wohlklang der Worte beruhte. Diese neue Form ermöglichte es ihm, seine Gedanken und Empfindun- gen, wie sie»frei aus der Seele des Dichters schwebten«¹) aus- zumalen; sie ermöglichte ihm auch die Wiedereinführung vieler unserer Sprache eigentümlichen Zusammensetzungen, die von jedem regelmãssigen Verspau ausgeschlossen bleiben mussten; sie führte zur Neubildung mancher anderen sprachlichen und metrischen Freiheiten Klopstock kam hier mittelbar auf die von Breitinger angestrebte Behandlung der Verskunst zurück. Waren auch diese freien Verse von den altdeutschen weit verschieden, so entsprachen sie doch dem Hauptgrundsatz derselben, sie erhielten in der Rede ihren natürlichen Laut«; eine quantitirende Messung und auch jede andere von vornherein bestimmte Regel oder Gesetzmãssig- keit war von vornherein ausgeschlossen. Klopstock zog aus der Theorie der Schweizer die letzte Konsequenz; er war nunmehr nicht nur vom Reime, sondern von jedem me- trischen Zwange überhaupt befreit. In der Vorrede zu den Geist- lichen Liedern« hatte er(S. 14 u. 15) zwischen dem gereimten Liede«, das sich nach»eingeführten Melodien« richtet, und dem reinlosen Gesange unterschieden, den der Dichter durch van- dere Silbenmasse«, bald durch antike, bald durch eine Zusammen-
setzung dieser mit den eingeführten, erhebt. In diesen freien
¹) vgl. F. G. Klopstock's Oden. Hrsgb. von F. Muncker und J. Pa- wel. Stuttgart 1889. I. 9. 8. Diese kritische Ausgabe, die in übersichtlicher Weise sämmtliche Lesarten bringt, liegt meiner Untersuchung, soweit sich die- selbe auf Klopstock erstreckt, zu Grunde. Zur Abkürzung der CEitate bemerke ieh Bd. I, Seite 9, Vers 8. Die Verse zählen
in jeder Ode für sich, und nehmen auf den Anfang der Seiten keine Rüchsicht.


