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Anfänge einer mathematischen Fachsprache in Keplers Deutsch / von Alfred Götze
Entstehung
Seite
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Wand f. Außenfläche eines festen Körpers' Kepler führt das sonst in mathematischer Fachsprache seltene Wort[Felix Müller 325) ein in der„Erklärung“: Wand., Solidi planum vel hedra 611, und unter den Verdeutschun- gen für superficies: Lateinisch superficies, Teutsch Platz, Feld, Feldung. Wann sie zu einem Corpus gehörig ein Wand, ein boden, ein Idhn 508. Er fand das Wort in ent⸗ sprechender Bedeutung in der Bergmannssprache vor (DWpb. 13, 1512 f.) und hat es wohl wie anstehen, Ge- Strecke, verjüngen(s. d.) von dort übernommen. Im Weinvisierb. ist Wand entweder die gesamte Außen- fläche eines Körpers: Dann nicht die Leng, nicht die eussere Wandt oder Feld, Sondern die gantze jnnere Fülle oder Leib gibt das Geticht 507; das Gewicht gehet nach der jnnerlichen Fülle, das Gold aber wirt nur aussen umb die Wand oder runde Feld herumb gedehnet 512, oder die ein- zelne Fläche der körperlichen Figur: Da ist der Wirffel STVX, seine 6 Mittelpunqten in den 6 Wenden... an wel- chen die Kugel anstreichet 522; Pyramis helt am wenigsten (Raum), vweil sie nur vier Wände hat 557; wann die Fel- dung gantz kugelrund ist, dann sie hat gleichsamb vnendt- lich viel Wände, also dass ein jeder Punct für eine Wand zuschätzen 557. Im Vordergrund der Vorstellung steht stets die Zweidimensionalität der Wand: Wann aber die eine Zahl von der Feldung gemeint, die andere vom Zaun darzu, oder die eine von der Wand, die andere vom inner- lichen Raum... so gilt nicht die Regel de tri 510; wann die eine Zahl die Wand oder Feld bedeutete, die andere aber den jnnerlichen Raum oder Leib, von der Wand umb- geben, da muss einteder die Wand zum Leib oder Raum werden, wann man der Zahl Wurtzel suchet vnd solche in die Zahl multiplicirt, oder der Raum muss zur Wand wer- den 512.— Keplers Wort hat den Vorzug der Bildsamkeit, z. B. wird ein vor und nach ihm unbezeugtes sechs- wändig vom Würfel und seinesgleichen gebraucht und ist sofort verständlich: vnder allen sechsdndigen Seulen oder nideren Platten, die am Teib oder obern und vndern