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2, 111 bairisch-österreichisch genannt). Auch bei der Berg- mannssprache holt sich Kepler Rat, wie seine Kunstwörter anstehen, Geräde, Gezirk, Halt, Raum, reich, Seiger, Strecke, verjüngen, Wand zeigen können. Ueber all das gibt das Weinvisierbuch vorbildlichen Aufschluß, oft mit redenden Belegen, die über den kahlen Gebrauch des Worts weit hinausgehend auch auf den Bereich seiner Herkunft Licht werfen(s. u. Weite).
Der besondere Reiz, der von dem Weinvisierbuch aus- geht, liegt wohl darin begründet, daß Keplers Kraft von der Sachlichen Leistung hier keinesweßs erschöpft war. E ist mit sichtlicher Lust und Laune bei seinem Werk ge- wesen. Mit dem anmutigen Auftrag von dem uralten Müt- terlein Geometria, seiner hochgebildeten Herrin, hebt sein Vorwort an, und auch weiterhin geht er keinem Spaß aus dem Weg, der sich aus der Sache ergibt. Er hofft S. 502, beydes Glehrte vnd Idioten werden mit meinem wolgemein- ten Fleiß zufriden sein, vnd dessen genieben beim Oester- reichischen külen Wein. Er schildert S. 503 den Vorzug der Meßkunst vor dem Fichverfahren: das hette mir viel Zeitverderbung, Vnkosten, Mühe und Verdrieblichkeit ver- ursachet, vnd hette ich manchmal nab von der Tona heim- xommen müssen. S. 518 beschließt er die Berechnung der Mondoberfläche: Da gehöreten nun auch etliche vil par Ochsen zu, Soviel Feldes zu hauiwen, wann gleich das halbe thai Wasser wäre, und S. 530 die des Rauminhalts eines Berges: hetten also vber zehenmal hundert tausent Mann zuthun lenger dann ein gantzes Jahr, wolten sie einen solchen Berg abtragen, dess Brechens zugeschubeigen. Ich nalte man laß ihn stehen. Er vergleicht sich mit dem Fvan- gelisten, wenn er S. 535 eine weitergehende Frage ablehnt mit dem Scherz: da schreibt Lucas nichts davon. Er schließt §. 589 den dritten Teil mit den Worten: Vnd wwere hiemit für dissmal genugsam gehandlet von dem Visierstab, wõllen jhne auff eine Seitt legen vnd dafür den Heber brauchen, dann ich mit Endung dises Theils durstig worden bin. Aber hineg mit dem letztern vndern Bauchschnitze, der Heber


