Pſalm, 15
Lib.. Cap. 4.
Summariſche widerholung bawen hat. Er war auch wol willens Gott eynen Tempel zubawen/ aber es ward jhm durch eyne Göttliche Antwoꝛt gewehꝛet: Doch verließ er Salomonem zum Erben/ der den Tempel⸗ welchen er gelobet/ bawen ſolte. Bawet derhalben Salomon den Tempel/ vnd die ander Koͤ⸗
nig haben vil darzu gethan/ daß die Statt gezieret wurde/ Es bracht jhnen aber die groſſe Her⸗
ligkeyt vngunſi. Doch vbertraff der Tempel alle Werck mit koͤſtlicher arbeyt/ vnd ſchoͤnen gli⸗ tzenden Marmelſteynen: Der Voꝛhang war ſehꝛ koͤſtlich vnd groß/ von Roſinrot/ gäler Sei⸗ den/ vnd aller koͤſtlicher Leinwad vñ Purpur gewircket/ vñ lſi die Materj ſolcher ſeltzamen gat⸗ tung nit vergebens darzu gebraucht/ ſondern eyn jedes hat ſeine verborgene deutung gehabt: Nemlich daß der Tempel deſſen were/ der vber Him̃el vñ Lufft/ Erd vñ Meer/ als eyn Schoͤpf⸗ fer aller Element herꝛſchet/ alles alleyn regiert vnd verwaltet. Dañ das Roſinroth/bedeut den Fewerꝛoten Himmel/ die gaͤle Seide/ den Lufft/ die koͤſtliche Leinwad/ die Erde/ Purpur das Meer/ die mit Meerſchnecken Blut gefaͤrbet wird/ daß man alſo zwey auß der Farbe/ zwey auß dẽ Gewaͤchs verſtehen kan. Es pfleget auch der Hohepꝛieſter diſe vier geheymniß an ſeinẽ Kleyd anzuzeygẽ auff die Hohefeſt/ als ob er die gantze Welt anzoͤge/ wañ er fur dʒ Volck betten wolt ⸗ zum Fuͤrbild des Herꝛen Jeſu/ der als der rechte Hohepꝛieſter kom̃en ſolt/ vñ der gantzen Welt Sunde tragẽ. Es bedeckt auch der Hoheprieſter ſeine Huͤfft mit eynẽ Leinen Niderkleyd/ anzu⸗
zeygen/ daß der Pꝛieſter voꝛ andern in ſeinẽ Hertzen glaͤubig/ vnd an ſeinem Leibe keuſch ſein/ vñ
damit des Fleyſches geylheyt begurtẽ ſoll. Es waren ʒwey heylige Tabernackel/ eyn jnnwendi⸗ ges vñ eyn außwendiges/ In diſes giengen die Prieſter allezeit/ in jehnes jnnwendige aber/ das
dʒandere geneñt ward/ gieng der Hoheprieſter nur eyn mal/ vñ doch nit ohne Blut/ welches er
opffert fuͤr ſich vñ des Voicks miſſethat. Dardurch der heylige Geyſt dz angezeygt/ dʒ der Herꝛ Jeſus wuͤrde kom̃en/ der warhafftig alleyn eingienge in dʒ aller jnnerſte der Goͤttlicht geheym⸗ niß/ vñ in dz verboꝛgene des Him̃liſchen weſens/ der da alle ding alleyn wußte/ vñ den Vatter mit ſeinem Blut die gantze Welt verſoͤhnet/ daß er ſich beyde deren im Himmel/ vnd deren auff Erdẽ erbarmet. Endlich da er kom̃en iſt/ hat er alles zu fridẽ geſtellt durch dʒ Blut ſeines Creu⸗
tzes/ beydes was im Hiiel vnd auff Erdẽ iſt. Innwendig war der Raͤuch Altar/ der Tiſch/ der Leuchter. Der Rauch Altar bedeutet/ daß diſes groſſen Prieſters Gebett/ wie eyn Raͤuchwerck⸗
fuͤr Gott den Vatter kom̃e. Der Tiſch/ daß darauff Chuiſti leiden ſei/ vnd die geheymniß der Sacrament. Daher auch Dauid ſpricht: Du bereyteſt fur mir eynen Tiſch/ die Apoſtel/ als
die zwolff Schaubrot ſeind Zeugen ſeines Leidens vnd ſeiner Aufferſtehung. Das Liecht wel⸗ Seug
ches auff den Leuchter geſteckt wird/ war ʒuuoꝛ vnter dem Schoͤffel/ das iſt/ vnter dem Meß des Geſetzes/ nuh aber iſt es vnter der gnaden fulle/ vnd gibt eyn jm̃erwerendes Liecht von dem Leuchter mit ſiben Lampen/ darumb daß der heylige Geyſt mit ſiben groſſen gnaden tugenden den Tempel Gottes erleuchtet. Derhalben war das erkaͤnntniß der heyligen Treifaͤltigkeyt im aller jnnwendigſten oꝛt des Tempels/ welches das allerheyligſte genannt ward/ da voꝛ ʒeitt die Ruthe Aaron/ als ſie dahin gelegt woꝛden/ gebluet/ anzuzeygen daß die Pꝛieſterliche gnad in
C hriſto mehr nutz ſchaffen wuͤrde nach dem tod/ dardurch er die Welt erloͤſet.
Wann nuh die Juden hetten woͤllen glauben/ hatten ſie wichtige Zeychen gnug der na⸗ henden zerſtoͤrung/ dardurch ſie als mit deutlicher Stim̃ erinnert wurden/ daß jhr endt ſich her
zu nahet. Dann faſt eyn gantzes jar ʒuuoꝛ/ ſtund vber dem Tempel eyn Comtt/ inn der geſtalt
eynes Fewrigen Schwerts/ welcher verkuͤndet/ daß das Volck/ Regiment vnd Statt/ durch Schwert vnnd Fewer ſolte verwuͤſtet werden. Dann was ſolte die geſtallt des Schwerts anders bedeuten denn Krieg? Was ſolte das Fewer verkuͤndigen denn Brunſt? Er iſt aber geſchen worden ehe denn ſich das Volck von den Roͤmern abtrennet. Inn den Deſterlichen tagen aber/ am achten tag des Aprillen/ vnd ſo fortan alle Nacht/ vmb die neun Vhr/ leuchtet
der Tempel vnd Altar alſo/ als ob es Tag were/ daß denn taͤglich bei eynen halben Stunde waͤ⸗
ret: Welches der gemeyne Mañ dahin deutet/ daß es eyn Warzeychen were/ daß ſich dʒ Volck verſammlen ſolte/ kamen derhalben dahin/ als ob die ʒeit/ jhre Freiheyt wider ʒu erobern/ vo⸗ handen were. Die verſtaͤndige vermuteten/ daß ſolcher Sternen art pflegt Krieg zu verkuͤn⸗ digen. Auff daß aber niemann meyne/ als ob wir anders von der ſachen geredt hetten/ denn es vnſerm Gottesdienſt vnd der ehrbarkeyt geziiet. So geben win fur nicht was vns gut důnckt⸗ ſonder was ſich ʒugetragen/ was füͤr meynung zu derſelben ʒeit geweſen/ was die Weiſen vnd Vnweiſen hicuon gehalten: Vnd wann von der Juden Sect etwas geſa gt iſt/ ſol man nicht
meynen


