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Egesippi, des Hochberühmten Fürtrefflichen Christlichen Geschichtschribers, fünff Bücher: Vom Jüdischen Krieg, vnd endlicher zerstörung der Herzlichen vnd gewaltigen Statt Jerusalem : ... Sam[m]t eynem nutzlichen Register vnd schönen Figuren/ Jetz newlich auß dem Latein auffs trewlichest verteutschet, mit kürtzen Summarien aller vnnd jeder Bücher vnd Capitel, Auch ordenlicher Jarechnung gezieret, vnd mit Concordantzen bey des auff die Heylige Bibel vnd vnsern newen Teutschen Josephum gerichtet
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Egeſippi/ don gerſtorung der Statt

4 0 3 4 gewaltigen Gottes abwenden Dann woh wollen wir hingehen/ da Gott nit ſei dieweil eral⸗ 7 2 lenthalben iſt⸗ Seind die Erempel zugering/ darauß wir verſtehen koͤnnen/ daß eben der/ ſo zu⸗

ſ ſeind/ vnd mehr durch einheymiſche auffruhr/ deñ durch Krieg vmbkom̃en ſeind: Ich kans den

gethan⸗ well ſie wiſſen/ daß wir faſt alle/ mehꝛ durch vnſere Waffen/ denn durch frem̃de darauffgangẽ. Dann was haben die Juden/ ſo ʒu Caͤſarea gewohnet /fur Roͤmiſche Woaffen geſehen: Deren am heyligẽ Sabbat/ zwiſchen vnſerm gewoͤhnlichen Gottes dienſi/ eyne groſſe maͤnnge/ durch eynen ploͤtzlichen anlauff vnd zorn/ ſo von oben herab kommen/ zwentzig tauſent erwuͤrget/ alle Syria⸗ in die Flucht gejagt/ vnnd alſo die gantze Statt verwuͤſtet woꝛden. Iſt nicht gantz Syria mit vnſinnigkeyt erfullt woꝛden/ daß die Juden Landsleuth/ ſo in eynerley Stätten ſich hieltẽ⸗

gericht/ daß den Roͤmern eyn guter eingang zum kuͤnfftigen Sig bereytet worden: Was ſol ich auch von Scythopolis ſagen/ dahin die Juden erſilich gezogen/ das ſie den Landsleuthen zuuoꝛ kaͤmen/ damit ſie nit auch nach anderer Staͤtt Erempel etwas wider die vnſere fuͤrnemen? Daß alſo die Juden/ welche von rechts wegen mit eynhelligem gewalt wider die Frembdlinge Krieg fuͤhren ſolten/ wider ſich ſelbs ſolchen anſchlag gemacht/ das jhren eyn theyl wider die verwan⸗ then vnd jhre Naͤhſte geſtritten haben: Darnach ſeind ſie fur der lohn jhꝛer arbeyt/ vnd des ver⸗ goſſenen Bluts/ von den Einwohnern erwurget woꝛden/ welches ſie den Einwohnern nit ha⸗ Zu Damaſco s000 ben wollen geſchehen laſſen. Die Damaſecener haben ohnalle vrſach acht Tauſent Juden er⸗ Z ſchlagen. Die Aſcaloniter ʒweytauſent vnd fuͤnffhundert. In der Statt Ptolcmais ſein zwey Sn Ptolematsꝛooo. kauſent erſchlagen. Zu Alexandria aber/ war eyn alter groll zwiſchen den Juden vnd Heyden Alexandria von Ales ſeit der zeit Alexander Magnus durch der Juden fleiß die Egyptier vnter ſich gebracht: Daher bnernen denn auch nach erbawung der Statt/ den Juden vnd Egyptern zugleich jhrer Freiheyten/ vnd gegeben. vnterſchidene Wohnungen gegeben woꝛden/ damit nit deren Gottesdienſt vermenget wuͤrde⸗ die jhrer reynigung ohn alle befleckung halten wolten. Darauß haben ſich vil Laͤrmen vnter jh⸗

nen erhaben/ ſeind groſſe gezaͤnck entſtanden/ das ſie eynander fuͤr Gericht gefordert. Doch

iſt nichts wider die gutthaten eynes ſolchen Koͤniges freuenlich begangen woꝛden/ ſondern dar⸗

nach/ als ſich eyne empoͤrung durch die Einwohner erhub/ etliche Iuden erwuͤrgt wurden

etliche zur ſtraff behalten/ da ward dzʒ Juͤdiſche Volck durch die vnbilligkeyt bewegt/ daß es ſich

wider die Anfänger der vnbilligkeyt aufflehnet/ vnd da ſie ſich halßſtarriger an den Burgern

Se wolten rächen/ ward das Roͤmiſche Heer eingefuhꝛet/ welches ſechzig Tanſent Juden in der erſchlagen. Statt erſchlagen hat. Aber was bring ich vil dieʒeit zu in geringeren/ dieweil die zerſtoͤrung der Zeruſalem vnd das gantzen Welt in eyner Statt vntergang zu beweynen iſt? Woh iſt diſe groſſe Statt Jeruſa⸗ lem/ woh iſt die ſchoͤne Sion/ woh iſt der wunderbare Tempel/ woh ift der ander Tabernackel⸗ vnnd das allerheyligſte ort/ in welches alleyn der Hoheprieſter des jars eynmal pflegt ʒugehen

nicht ohn Blut/ welches er fur ſich vnd des Volcks miſſethat opfferte? Es iſt von den Heyden

zerſtoͤret/ ſie wohnen in den vberbliben ſtuͤcken der Statt/ die ſie zerſtoͤret haben. Woh ſag ich

biſtu Volckreiche Statt/ die du von Königen geehꝛet/ Gott angenem/ eyn Sit der gnadẽ wa⸗

reſt; Deine Pflaſter waren von Marmeiſteyn/ deine Wende leuchteten von Marmel/ deine

Spitzen glitzeten von Koͤſtlichem Marmel/ deine T hoꝛ ſchim̃erten von Gold/ etliche glitzeten

von Silber. Sie ſeind alle erwuͤrget/ beyde die ſtaͤts in dir wohneten/ die zu dir auß der gan⸗

tzen Welt zuſamen kamen/ daß keyn zweiuel iſt/die gantze Welt ſeie in dir vntergangen. Es iſt

alles entbloßt/ von den Spitzen verbrannt/ auß dem Fundament eingeriſſen/ deine Wohnung

iſt wůſt woꝛden/ vnd iſt niemand/ der in deinen Huͤtten wohne/ vnd ſolt nuh eynen geluͤſten zu

leben/ vnnd nit gerewen daß er gelebt habe: Es muͤſſen harte Augen ſein/ die das ſehen koͤnnen⸗

vnmilte Hertzen /die in ſolchem leyd begeren vberzubleiben/ nicht daß das vnglůck auffgehöret

ſondern daß jetzt keyne ruhe meht vorhanden. Dann woh ſollen wir vnſere Augen hinwenden

oder was ſol vns gelieben ʒuerwehlen Die gantze Statt iſt der Toden Grab/ man ſihet nichts

denn Aſche woh man hinſchawet. Die Straſſen ſeind laͤr von den lebendigen/ aber voller tod⸗

ten Cörper. Die arbeytſelige Alten/ haben jhre grawe. Haar mit Aſche beſtrwet/ ſitzn inn zer⸗

riſſenem Kleyd/ vnnd bedecken di bloſſe Gebeyne/ das ſie dieſelbige voꝛ den Vögeln vnnd wil⸗

Scythoyolis⸗

uor nſer Voeſleher geweſen /voꝛlaͤngeſt vber vnſer Volck vnſerer Suͤnde halben erzoͤrnet ſei Judenmůſſen beken⸗ Wer wolte daran zweiueln/ dieweil er ſihet daß vnſere eygene Haͤnde wider vns ſelbs gewendet

das gröſte leyd an Roͤmern nit zuſchreiben/ daß ſie die oberhand behalten/ vnd ſie ſelbs maſſen es jhnen nit zu/ die⸗

vnd von wegen der Einwohnung eynander verbunden waren/ darnach ſich ſelbs mit Krieg zu⸗

Thier allerle chen ſo den 2 dochde bumh durch liebe/ undge ſievo diLiel wann Wanr ren /je wirau JhE vberv den/ Vitt muͤde borſyt mitgen nenden Diewe Vren das W tuvi ſtnend ienſin abtrent

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