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herrſcht uͤber die Natur durch intellektuelle Kunſt und Wiſ⸗ ſenſchaft. Beide ſchreiten täglich in ihrer Entwicklung fort, ſind alſo noch ſehr in der Entwicklung begriffen und ſehen das Ziel einer gewiſſen Vollendung in unbeſtimmbarer Ferne vor ſich. Schreitet aber wohl eben ſo die Natur in der Entwicklung ihrer Macht vorwaͤrts, um ſich von der Kunſt des Menſchen nie einholen und von ihr vollſtaͤndig beſiegen zu laſſen? Im Gegentheil war ihre Macht in fruͤherer Zeit weit fuͤrchterlicher als gegenwaͤrtig: Jemehr der Anbau der Erde durch Kunſt ſich ausbreitet, deſto milder, freundlicher, regierbarer wird die Natur;*) was wird ſie alſo einſt ſeyn, wenn die ganze Erde— ſoweit es die Strenge des Nordens geſtattet— in einen Garten umgewandelt ſeyn wird? Der Gang der Menſchheits⸗ entwicklung fuͤhrt alſo nothwendig zu einem großen Ueber⸗ gewicht der Kunſt und Wiſſenſchaft uͤber die Natur, d. h. zu einer allſeitigen Beherrſchung derſelben.
Wiſſenſchaft iſt das gebildete Bewußtſeyn der Schoͤ⸗ pfung, Kunſt die mit Bewußtſeyn ſchaffende Natur. Die Kunſt ſteht uͤber der Natur, das Bewußte iſt beſtimmt, durch Bildung uͤber das Bewußtloſe zu herrſchen; ſo herrſcht der gebildete, ſelbſtbewußte Geiſt des Menſchen zunächſt uͤber das bewußtloſe Leben des Leibes, und dieſe Herrſchaft muß in dem Grade vielſeitiger werden, als die Bildung— da in ihr eben die Macht liegt,— ſteigt und
*) Die Erfahrung hat gelehrt, und die Theorie begreift es, daß dichtbewaldete Gegenden(in Deutſchland z. B.) in dem Grade an Milde des Clima's gewannen, als man die Waͤlder und das Erdreich anbaute.


