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Das Böse im Einklange mit der Weltordnung dargestellt : oder Neuer Versuch über den Ursprung, die Bedeutung, die Gesetze und Verwandtschaften des Uebels : mit kritischen Blicken in die Gebiete der neuern Theologie und Pädagogik in philosophischer Hinsicht / von B. H. Blasche
Entstehung
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eine Pruͤfung der Kraͤfte der Staaten, wobei ſowohl die beſſere, als die ſchlimmere Kehrſeite in helleres Licht her⸗ vortritt, um deutlich erkannt zu werden. Daß aber Selbſtkenntniß der Beſſerung jederzeit vorangehen muß, gilt eben ſo von Staaten, wie von einzelnen Menſchen. Je mehr ſich ein Staat durch den Krieg verwundet fuͤhlt, und je langſamer ſeine Wunden heilen, deſto ſchwaͤcher mußte ſein Geſundheitszuſtand(ſeine Verfaſſung) ſchon vor dem Kriege ſeyn, und deſto mehr wird und muß er darauf bedacht ſeyn, ſeine Geſundheit zu verbeſſern, zu befeſtigen(ſeine Verfaſſung zu vervollkommnen), damit er in der Folge weniger verletzbar ſey und ſchneller von leich⸗ tern Wunden geneſen koͤnne.

Je unvollkommner daher die Staaten, die mit einan⸗ der mehr oder weniger in Beruͤhrung ſtehen, noch ſind, deſto mehr bedarf es des Kriegs, als eines unentbehrlichen Reizes oder Sporns zu ihrer Fortbildung. Und wo ein Reich von bedeutendem Umfange(wie das italieniſch⸗deut⸗ ſche im Mittelalter) in ſeinen Theilen noch zu loſe ver⸗ bunden iſt, deſſen Totalverfaſſung mithin ſich nur eben aus dem Keime zu entwickeln angefangen hat, da iſt der Krieg nach außen(der Staatenkrieg) nicht ausreichend, ſondern es entſteht auch innerer Krieg(Particular- oder Buͤrgerkrieg), und Befehdungen aller Art machen Leben und Eigenthum des Buͤrgers hoͤchſt unſicher und unruhig, ja ſelbſt das Daſeyn der Regierung und des hoͤchſten Re⸗ genten ſchwankend. Aber es bedarf auch nichts Geringeres, als die Uebel eines ſolchen Zuſtandes, um den Egoismus einer ungebildeten Volksmaſſe ſoweit zu bändigen, daß er dem Streben nach einer beſſern Verfaſſung Raum geſtatte,