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Das Böse im Einklange mit der Weltordnung dargestellt : oder Neuer Versuch über den Ursprung, die Bedeutung, die Gesetze und Verwandtschaften des Uebels : mit kritischen Blicken in die Gebiete der neuern Theologie und Pädagogik in philosophischer Hinsicht / von B. H. Blasche
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mäßigkeit darſtellende Sinn. Aber die Schönheit kann, wie die Zweckmaͤßigkeit, nur in einer Mannigfaltigkeit ſinnlicher Qualitaͤten und Verhaͤltniſſe dargeſtellt werden; es bedarf alſo, zur vollſtaͤndigen Kunſtzeugung, auch eines dem Kunſtgenie entgegengeſetzten Princips oder Vermoͤgens, eines Kunſtverſtandes alſo, eines objektiv ſchaffenden Sin⸗ nes fuͤr das Mannigfaltige, fuͤr das Beſtimmte, Indivi⸗ duelle, Eigenthuͤmliche, Differente der Formen, der Far⸗ ben, Toͤne u. ſ. w. Und welche Benennung gibt es fuͤr dieſes Vermoͤgen, dieſen Kunſtverſtand? Man hat ihn (und, wenn ich nicht irre, Schelling) Kunſttalent, im Gegenſatze des Kunſtgenies, genannt.

§. 231.

Wo nun dieſe entgegengeſetzten Kunſtvermoͤgen, Genie und Talent, einander das Gleichgewicht halten und in harmoniſcher Thaͤtigkeit objektiv(ſchaffend, zeugend) wir⸗ ken, da iſt, ſubjektiv, normales, geſundes Kunſtleben, und da entſtehen, als nothwendige Erfolge dieſes Lebens, wahre, ſinnvolle Kunſtwerke, in welchen die Seele, als lebendige Idee, durch einen gebildeten Charakter ſich aus⸗ ſpricht.)

*) Schelling, in ſeiner vortrefflichen Rbhanblung:„Ueber das Verhaͤltniß der bildenden Kuͤnſte zu der Natur(S. deſſen philo⸗ ſophiſche Schriften S. 341— 396), unterſcheidet in der bildenden Kunſt den Ausdruck der Einheit oder Idee unter dem Namen Seele von der Beſtimmtheit der Form(oder beſtimmten Mannigfaltigkeit der Formverhaͤltniſſe), als den Charakter, in welchem ſich die Seele offenbart.