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Das Böse im Einklange mit der Weltordnung dargestellt : oder Neuer Versuch über den Ursprung, die Bedeutung, die Gesetze und Verwandtschaften des Uebels : mit kritischen Blicken in die Gebiete der neuern Theologie und Pädagogik in philosophischer Hinsicht / von B. H. Blasche
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§. 227.

Dieſe Bemerkungen werden hinreichen, um daraus zu erkennen, daß es fuͤr den Urſprung und die Bedeutung des Boͤſen im Gebiete der Kunſt(des Kunſtuͤbels) keine be⸗ ſondere Ableitung bedarf. Die Quelle und(ideale) Werk⸗ ſtätte der ſchoͤnen Kunſt iſt das Gemuͤth oder deſſen zeu⸗ gende Kraͤfte(Vermoͤgen), und fuͤr deren Sphaͤre iſt das Boͤſe bereits abgeleitet und entwickelt.(§. 101. ff.) Die Quelle und(ideale) Werkſtaͤtte der intellektuellen Kunſt iſt der Geiſt, und auch fuͤr deſſen Sphaͤre iſt das Boͤſe bereits abgehandelt.(F. 176. ff.)

§. 228.

Religion und ſchoͤne Kunſt, Wiſſenſchaft und intellek⸗ tuelle Kunſt ſind, nach dem Bisherigen, nothwendig Ab⸗ bilder von einander, und verhalten ſich als die gegenbild⸗ lichen Seiten eines Bildungsganzen, welches durch die

wortung dieſer Frage geht aus vielen Stellen dieſes Werks durch

leichte Folgerung hervor. Ich bemerke in dieſer Beziehung nur Fol⸗

gendes: Die Vollendung der ſchoͤnen Kunſt beruht von individueller Seite auf dem Kunſtgenie der Perſon(welches inſtinktartig wirkt), von genereller auf der Kunſtbildung des Zeitalters. Die Vollendung der höhern intellektuellen Kunſt beruht, ebenſo, von individueller Seite auf dem Wiſſenſchaftlichen Genie(welches aber mit Selbſt bewußtſeyn wirkt), von genereller auf der Bildungsſtufe, welche die Wiſſenſchaft in dem gegebenen Zeitalter bereits erreicht hat. Die ſchone Kunſt(wenigſtens die bildende) hat ihre Vollendung ſchon in fruͤhern Zeiten erreicht, die intellektuelle dagegen geht vielleicht noch lange ihrer Vollendung entgegen, da das Edelſte auch die meiſte Zeit zur Reife erfordert.— Wie uͤbrigens wahre Religion ungleich hoͤher zu achten iſt, als einſeitige, z. B. bloß empiriſche, Wiſſenſchaft, eben ſo auch die ſchone Kunſt ungleich hoͤher als die mechaniſche, oder uͤberhaupt niedere intellektuelle.