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Das Böse im Einklange mit der Weltordnung dargestellt : oder Neuer Versuch über den Ursprung, die Bedeutung, die Gesetze und Verwandtschaften des Uebels : mit kritischen Blicken in die Gebiete der neuern Theologie und Pädagogik in philosophischer Hinsicht / von B. H. Blasche
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5. 226.

Aber muͤſſen wir von der Allgemeinheit dieſes gegen⸗ ſätzlichen Verhaͤltniſſes nicht wenigſtens die ſchoͤne Kunſt ausnehmen, die doch unabhaͤngig von ihrer Theorie exiſti⸗ ren zu koͤnnen ſcheint, wenn man bedenkt, daß die bil⸗ dende Kunſt der alten Griechen den hoͤchſten Gipfel erſtie⸗ gen hatte, als noch an keine Theorie dieſer Kunſt zu den⸗ ken war?— Allerdings muß man dieſe Unabhaͤngigkeit anerkennen, und es exiſtirt auch noch heutiges Tages keine Theorie der alten griechiſchen Kunſt, ſondern nur eine Theorie, deren Praxis bloß in der Behandlung und An⸗ ſchauung der Ueberreſte griechiſcher Kunſtwerke beſteht. Auch iſt— wie aus dem Eingange dieſer Nachtraͤge zu erſehen iſt— die eigenthuͤmliche ideale, der Theorie analoge, Seite der ſchoͤnen Kunſt nicht Wiſſenſchaft, ſondern eine Contemplation, die man Kunſtſinnen(Kunſtcontempla⸗ tion) nennen koͤnnte, welche nicht ſowohl eine Thaͤtigkeit des Geiſtes, als vielmehr des Gemuͤths iſt. Die wiſſen⸗ ſchaftliche(philoſophiſche) Theorie der ſchoͤnen Kunſt hat daher, als Kunſtwiſſenſchaft, keinen weitern Einfluß auf die Kunſt ſelbſt, denn dieſe iſt nicht ihre praktiſche Seite, die nur in der ſprachlichen Darſtellung beſtehen kann.*)

bare urtheil:„Das mag wohl in der Theorie ganz richtig ſeyn, aber fuͤr die Praxis taugt es nicht!!“

*) Es kann bei dieſer Gelegenheit die Frage in Anregung kom⸗ men, welcher von beiden Kunſtgattungen, der ſchoͤnen oder intellek⸗ tuellen Kunſt(der hoͤhern Abtheilung, verſteht ſich) im Syſtem der Kuͤnſte die hoͤhere Stelle gebuͤhre, oder welche von beiden, ihrer Natur oder ihrem Charakter nach, die hoͤhere ſey?— Die Beant⸗