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ihrer ſelbſt bewußt und gewiß werden ſoll. Und je mehr ein Menſch wahre, wiſſenſchaftliche Bildung beſitzt, deſto mehr wird dieſe Bildung objektiv zu werden ſtreben und ſich in ſeiner ganzen Handlungsweiſe auspragen.— Wenn alſo die Wiſſenſchaft ohne Kunſt nicht leben, ſich nicht fortbilden und erweitern, ſich nicht mittheilen und fort⸗ pflanzen kann(ſie kann es nur durch die Sprache, alſo Kunſt), ſo kann noch weniger die Kunſt ohne Wiſſen⸗ ſchaft beſtehen; denn was waͤre eine Kunſt ohne, dieſelbe betreffende, Kenntniſſe? Ein Schaffen durch Inſtinkt (wie wir die Kunſt zuerſt in den plaſtiſchen Trieben der Thiere hervortreten ſehen), alſo Kunſtwurzel hoͤchſtens, noch nicht menſchliche, gebildete, bewußte Kunſt. Letztere bedarf ſo ſehr der Wiſſenſchaft, daß man ſie ſogar nicht ſelten mit dieſer verwechſelt, und Kunſt⸗Wiſſenſchaft nennt, wie Jedermann weiß. Praxis und Theorie, Kunſt und Wiſſenſchaft darf man nicht trennen wollen, da ſie nicht getrennt ſeyn koͤnnen, obgleich ſie ſehr beſtimmt unterſchie⸗ den werden muͤſſen. Die Uebereinſtimmung beider iſt Pruͤf⸗ ſtein der Wahrheit, und jedes Mißverhaͤltniß, jede bemerk⸗ bare oder vielmehr wahrgenommene Disharmonie zwiſchen beiden laͤßt auf Unnrichtigkeit auf einer oder der andern Seite ſchließen. Es kann in einer richtigen Theorie keinen Punkt geben, der in der Praxis nicht darſtellbar waͤre (wiewohl der wirklichen Darſtellung oder Ausfuͤhrung bedeu⸗ tende Schwierigkeiten entgegenſtehen koͤnnen); und eben ſo wenig kann in der Praxis kein richtiges Verfahren vorkommen, deſſen theoretiſche Rechtfertigung ſchlechthin unmoͤglich wäre.*)
*) Gleichwohl hoͤrt man in unſerer Zeit nicht ſelten das ſonder⸗


