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Das Böse im Einklange mit der Weltordnung dargestellt : oder Neuer Versuch über den Ursprung, die Bedeutung, die Gesetze und Verwandtschaften des Uebels : mit kritischen Blicken in die Gebiete der neuern Theologie und Pädagogik in philosophischer Hinsicht / von B. H. Blasche
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§. 225.

Sinnige Leſer werden hier von ſelbſt bemerken, daß das Verhaͤltniß zwiſchen Kunſt und Wiſſenſchaft daſſelbe ſey, welches oben(55. 203. 204.) zwiſchen Wiſſen und Thun, Erkennen und Handeln, oder zwiſchen der theoreti⸗ ſchen und praktiſchen Seite des Menſchen nachgewieſen wurde. Wie dieſes, ſo iſt auch das Verhaͤltniß zwiſchen Kunſt und Wiſſenſchaft ein gegenſaͤtzliches, und ſoll es richtig erkannt werden, ſo duͤrfen dabei die(in unſerm Schluͤſſel entwickel⸗ ten) Geſetze der Gegenſätzlichkeit nicht unbeachtet bleiben. In Folge des Einheitsgeſetzes der Glieder iſt(intellektuelle) Kunſt die Objektivirung ihrer entſprechenden Wiſſenſchaft, oder die im Realen, in der Außenwelt ſich verwirklichende Wiſſenſchaft oder deren Verleiblichung; die Wiſſenſchaft da⸗ gegen iſt als Subjektivirung und Vergeiſtigung ihrer ent⸗ ſprechenden Kunſt zu betrachten. Die Wiſſenſchaft, in Be⸗ ziehung auf ihre Kunſtſeite, iſt die centrale, ſich ſelbſt be⸗ wußtwerdende Kunſt, die Kunſt alſo die aus ſich ſelbſt her⸗ ausgehende, peripheriſch werdende Wiſſenſchaft.

Hieraus iſt nun die Einheit ſowohl, als die Entgegen⸗ ſetzung zwiſchen Kunſt und Wiſſenſchaft, es iſt daraus die innige Gegenſeitigkeit beider, ihre nothwendige Wechſelbezie⸗ hung offenbar. Die Wiſſenſchaft muß auf irgend eine Weiſe objektiv werden, ſie muß ſich als Kunſt darſtellen, waͤre es auch nur in der Sprache(beſonders der Schrift), wenn ſie

kannt, daß auch die niedern Kuͤnſte ſich in dem Grade veredeln, als die Wiſſenſchaften, welche ihre theoretiſche Seite ausmachen, fort⸗ ſchreiten und ſich vervollkommnen.— Von der Wiedergeburt der Wiſſenſchaften hat daher auch die Technik große Folgen zu erwarten.