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Das Böse im Einklange mit der Weltordnung dargestellt : oder Neuer Versuch über den Ursprung, die Bedeutung, die Gesetze und Verwandtschaften des Uebels : mit kritischen Blicken in die Gebiete der neuern Theologie und Pädagogik in philosophischer Hinsicht / von B. H. Blasche
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verſteht, und ſich doch einbildet, ſie zu verſtehen— ein Fall, der in unſerer Zeit ſehr gewöhnlich iſt,— ſo iſt na⸗ tuͤrlich, von ſubjektiver Seite Selbſttaͤuſchung, in objekti⸗ ver Hinſicht aber nothwendig Mißverſtaͤndniß gegeben. Wird nun das Mißverſtaͤndniß, in Form eines Urtheils uͤber ein Werk oder einen Schriftſteller, von einem Manne ausgeſprochen, dem man Einſicht zutraut, oder auch oͤf⸗ fentlich in einem angeſehenen literariſchen Inſtitute, ſo pflanzt ſich daſſelbe als Vorurtheil*) ohne weitere Unter⸗ ſuchung fort, und auf ſolche Weiſe werden wiſſenſchaftliche Werke, zum großen Nachtheil der Sache der Wiſſenſchaft, verrufen. Es braucht uͤbrigens ein Werk, um ſich deſſen Verrufung zu erklaͤren, nur erſt als ein ſolches bezeichnet worden zu ſeyn, in welchem ganz ungewoͤhnliche Anſichten und Paradoxen uͤber wichtige Angelegenheiten der Menſch⸗ heit vorkommen, ſo fehlt es dann nicht an neugierigen Le⸗ ſern, die ohne alle wiſſenſchaftliche Competenz und vorzug⸗ lich in der Abſicht leſen, um Stoff zur Converſation zu ſammeln, und uber das Geleſene(das Leſen beſteht in ſolchem Falle nur in einem Blaͤttern) ein weiſes Urtheil fällen zu koͤnnen, welches hernach in andern Geſellſchaften fleißig wiederholt und nicht ſelten als eigenthuͤmliches gel⸗ tend gemacht wird.

Da gibt es denn gewiſſe Verrufungsformeln oder Zauberworte, durch die ſich das loͤbliche Geſchaͤft des Ver⸗ rufens recht bequem und compendios betreiben laͤßt, da

*) Treffender waͤre vielleicht in ſolchen Fällen das Wort Nach⸗

urtheil— nachgeſprochenes, nicht aus eigenem Denken hervongegan⸗

genes, Urtheil.