405
ihrem Weſen nach, das ewige Urbild der Wiſſenſchaften ſey, nach und in welchem ſich alle bilden und vollenden ſollen(S. 73.); daß durch ſie eine Grundanſicht gegeben ſey, welche die Welt des Geiſtes wie die Naturwelt um⸗ faßt, und in beiden die gleichen, nur durch die Verſchie⸗ denheit der Stufen modificirten Geſetze erkennen laͤßt, durch welche die beiden Welten, die der Empirismus in abſoluter Geſchiedenheit begreift, ſich nur als verſchiedene Seiten (Sphaͤren, Stufen) einer und derſelben Welt darſtellen, daß mithin auch die Ideal⸗Philoſophie keine weſentlich andern allgemeinen Principien haben kann, als die Natur⸗ philoſophie,— dieſe große Wahrheit kann ſich nur dadurch mehr verbreiten und beſſern Eingang verſchaffen, daß man ſie durch die That zu beſtaͤtigen ſucht, daß man die allge⸗ meine Anwendbarkeit der Philoſophie immer mehr durch wirkliche Anwendung darthut, und daß man die, der na⸗ tuͤrlichen und idealen Welt gemeinſamen, Geſetze in moͤg⸗ lichſt klares Licht zu ſtellen ſucht. Wenn ſich nun mit die⸗ ſem Streben auch eine beſonnene, aus dem Standpunkte freier Wiſſenſchaft wirkſame Kritik vereinigt, um die Schwaͤ⸗ chen und Bloͤßen irrwiſſenſchaftlicher Erzengniſſe gehoͤrig aufzudecken, ſo geſchieht vorerſt nur, was hoͤchſt noͤ⸗ thig iſt, um dem Strome des Empirismus einige Schran⸗ ken zu ſetzen, damit das Reich freier Wiſſenſchaft nur erſt die Moͤglichkeit gewinne, ſich etwas weiter ausbreiten oder wenigſtens in die Laͤnge behaupten zu konnen. Aber dieſes Wenn iſt vor der Hand noch ein frommer Wunſch, denn wie viel Recenſenten dieſer Art gibt es noch? Und uͤberdieß haben die Wenigſten von denen, die dieſe Bedingung er⸗ fullen koͤnnten, die noͤthige Muße dazu, oder verwenden
26*


