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Das Böse im Einklange mit der Weltordnung dargestellt : oder Neuer Versuch über den Ursprung, die Bedeutung, die Gesetze und Verwandtschaften des Uebels : mit kritischen Blicken in die Gebiete der neuern Theologie und Pädagogik in philosophischer Hinsicht / von B. H. Blasche
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ſen werden koͤnnte, daß Leben nur auf Leben wirken kann, daß dasjenige, worauf das Leben wirken ſoll, wenigſtens lebensfaͤhig ſeyn, d. h. das Vermoͤgen beſitzen muͤſſe, zu Lebensaͤußerungen irgend einer Art angeregt zu werden, daß mithin auch das Werkzeug nicht abſolut todt ſeyn duͤrfe, wenn es vom Leben gebraucht werden ſoll? Wir wollen alſo z. B. die Hand als ein ſolches Werkzeug der Seele betrachten; die Hand umfaßt ein aͤußeres, mechaniſches Werkzeug, mittelſt deſſen der Menſch in den aͤußern Stoff wirken will, um ihn zu bilden. Hier uͤbt zunaͤchſt das mechaniſche Werkzeug auf die Hand einen fuͤhlbaren Wider⸗ ſtand(Gegenwirkung) aus, aber dieſer Widerſtand wird uͤberwunden, und das Werkzeug gezwungen, auf den aͤußern Stoff zu wirken, der denn wieder dem Werkzeug Wider⸗ ſtand(Gegenwirkung) leiſtet. Iſt denn aber dieſes Wir⸗ ken und Gegenwirken, dieſes Wechſelwirken entgegengeſetzter Kraͤfte kein Leben? Iſt das Leben uͤberhaupt etwas Ande⸗ res, als ein Wechſelſpiel entgegengeſetzter Kraͤfte oder Thaͤ⸗ tigkeiten, wovon bereits oben die Rede war? Ueberall, wo Kraͤfte wirken und Kraͤfte entgegenwirken, da iſt Leben, ſey oder heiße es nun organiſches, elementares oder auch mechaniſches Leben, und ſelbſt der todtſcheinendſte Stoff muß Leben in ſich ſchließen, ja ſelbſt nichts Anderes ſeyn, als zum Gleichgewicht gebrachtes Leben, wenn Leben auf ihn wirken ſoll, und dieſes Einwirken wird nichts Anderes ſeyn, als eine Störung der im Gleichgewicht befindlichen Lebenskraͤfte, wodurch der Stoff zu Lebensaͤußerungen be⸗ ſtimmt wird.

Das Leben alſo iſt vollig algemein und gehoͤrt eben ſowohl zum Weſen aller Dinge, als der Stoff.