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haͤlt man die Waͤrme fuͤr etwas Selbſtſtändiges, fur ſich, ohne die Kaͤlte beſtehen koͤnnendes, und umgekehrt, glaubt man, die Kälte habe nichts mit der Waͤrme zu ſchaffen, und koͤnne fuͤr ſich beſtehen. Daß dieß ein Irrthum ſey, wird in der Folge aus der Natur dieſer Gegenſatze ſelbſt erwieſen werden. Fuͤr die Erkenntniß iſt das obige Geſetz, als allgemeinguͤltig, im Naͤchſtvorhergehenden bereits nachge⸗ wieſen. Was aber fuͤr die Erkenntniß gilt, das gilt auch fuͤr die Wirklichkeit, inſoweit die Erkenntniſſe wahr oder richtig ſind.
Wer an dem letztern Satze zweifeln wollte, den muͤßte ich erſuchen, ſich ſelbſt die Frage zu beantworten, was Erkenntniß ſey. Iſt ſie etwas Anderes, als die geiſtige Darſtellung des Gegenſtandes der Erkenntniß, oder deſſen Aufnahme ins Bewußtſeyn? Eine Erkenntniß iſt nur in⸗ ſofern wahr, als ſie ein treues Bild ihres Gegenſtandes iſt. Das Weſen der Wahrheit beſteht, wo nicht ganz, doch vorzugsweiſe in der Uebereinſtimmung des Subjektiven und Objektiven. Wen eine falſche Spekulation auf ein anderes Ergebniß gefuͤhrt hat, der hat in letzterm einen Irrthum erzeugt, der dem geſunden Wahrheitsgefuͤhl wider⸗ ſpricht, kraft welches Jeder, der etwas weiß und von der Wayrheit ſeines Wiſſens uͤberzeugt iſt, jene Ueberein⸗ ſtimmung, jenes Zuſammenfallen(Congruiren), jene Gleichheit des Subjektiven und Objekti⸗ ven, der Erkenntniß und ihres Gegenſtandes — es ſey bewußt oder unbewußt— nothwendig vor⸗ ausſetzt. Im Allgemeinen alſo iſt die Wahrheit des obi⸗ gen Geſetzes ſchon erwieſen, ſie wird aber ſpaͤter dem Leſer durch Folgendes, und ſpäter mittelſt beſtaͤtigender Beiſpiele, noch klarer werden.


