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Das Böse im Einklange mit der Weltordnung dargestellt : oder Neuer Versuch über den Ursprung, die Bedeutung, die Gesetze und Verwandtschaften des Uebels : mit kritischen Blicken in die Gebiete der neuern Theologie und Pädagogik in philosophischer Hinsicht / von B. H. Blasche
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Man ſtelle ſich einen, wo möglich, vollkommen geſun⸗ den Menſchen vor, der nie krank geweſen waͤre, auch nie einen Kranken geſehen, noch irgend etwas von Krankheit gehört oder durch Ueberlieferung erfahren haͤtte: wuͤrde die⸗ ſer Menſch wohl eine Erkenntniß, eine Vorſtellung, eine Idee von der Geſundheit haben koͤnnen? Es iſt unmog⸗ lich! weil ihm der Gegenſatz fehlte, durch welchen allein ihm dieſe Erkenntniß entſtehen konnte. Nur zugleich mit der Vorſtellung von der Krankheit kann dem Menſchen die Erkenntniß der Geſundheit aufgehen. Setzen wir dagegen Krankheit als den urſpruͤnglichen und ausſchließen⸗ den Zuſtand eines Menſchen, dem alle unmittelbare und mittelbare Erfahrung vom geſunden Zuſtande fehlte, ſo haͤtte er eben ſo wenig einen Begriff, eine Erkenntniß von der Krankheit, als jener von der Geſundheit. Wer aber die Krankheit auf keine Weiſe kennt, weiß auch nichts von der Geſundheit, und umgekehrt. Die Vorſtellungen oder Begriffe von Geſundheit und Krankheit ſind alſo durch einander gegenſeitig bedingt; jeder kann nur zu⸗ gleich mit und durch den andern entſtehen.

Dieſes Beiſpiel laͤßt ſich leicht, und zwar allgemein, auf andere Erkenntniſſe oder Vorſtellungen anwenden. Hier⸗ zu noch einige Andeutungen: Es iſt eine eben ſo bekannte als wahre Bemerkung, daß manein Gut erſt dann recht ſchaͤtzen lerne, wenn man in Gefahr ſey, es zu verlieren. Man koͤnnte hinzuſetzen, daß die Schatzung des gefaͤhrteten Gutes erſt dann aufs Hoͤchſte ſteigt(bis zu dem Punkte naͤmlich, wo ſie leicht in Ueberſchaͤtzung ausartet), wenn der Verluſt wirklich eingetreten iſt. In dieſelbe Categorie gehoͤrt der bekannte, durch die Weltgeſchichte vielfach beſtaͤ⸗