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und frißt). Die Luft alſo iſt eben ſowohl ein unentbehrli⸗ ches Nahrungsmittel fuͤr den thieriſchen und menſchlichen (auch Pflanzen⸗) Organismus, wie das Waſſer und die feſten Nahrungsſtoffe, ſo ſehr auch dieſe Behauptung der gewohnlichen Anſicht oder gangbaren Vorſtellungsart von der Natur und dem Zweck des Athmens widerſprechen mag. (Denn Luft iſt einer der vorzuͤglichſten Beſtandtheile der thieriſchen Subſtanz, der bei der chemiſchen Analyſe ſich als Stickſtoff kund gibt).
Dieſes lebendige Wechſelverhaͤltniß zwiſchen den Orga⸗ niſationen und den ſie umgebenden Elementen, oder ihrer Außenwelt, iſt der Grund der phyſiſchen Beduͤrfniſſe und die wahre Urſache des ſtetigen Wandels und Wechſels der Stoffe, der innerhalb des Organismus vorgeht, ſo lange das Leben dauert. Der Geiſt eines Thieres z. B. iſt un⸗ aufhorlich mit Bauen und Schaffen, mit Aſſimiliren(An⸗ eignen) und Conſtruiren(Formen) beſchaͤftigt, weil es eben ſo ſtetig von ſeinen Umgebungen zerſtoͤrt und aufgeloͤſt, weil ſeine Stoffe zerlegt und ihm geraubt werden. So iſt das Seyn des Thieres eigentlich ein ſteter Fluß, und ſeine Geſtalt oder Form im Ganzen und Einzelnen erſcheint als eine bleibende, weil die genannten entgegengeſetzten(gegen⸗ ſatzlichen) Thätigkeiten, nämlich das Syntheſiren und Ana⸗ lyſirtwerden einander das Gleichgewicht halten.
So iſt es klar, wenigſtens in Beziehung auf diejeni⸗ gen Dinge, die der Sprachgebrauch organiſche nennt, wie das Beſtehen, Fortbeſtehen(die Erhaltung) derſelben eine fortgeſetzte Zeugung iſt, und zwar eine doppelte, hier eine organiſche, dort eine Elementenzeugung, wobei die zeugen⸗ den Kraͤfte oder Principien einerſeits die organiſche Kraft


