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Das Böse im Einklange mit der Weltordnung dargestellt : oder Neuer Versuch über den Ursprung, die Bedeutung, die Gesetze und Verwandtschaften des Uebels : mit kritischen Blicken in die Gebiete der neuern Theologie und Pädagogik in philosophischer Hinsicht / von B. H. Blasche
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werk Erzeugniß des Menſchengeiſtes iſt, ſo wurde ſchon(§. 4.) gezeigt, daß der Geiſt, ſowohl uͤberhaupt bei ſeinem Handeln nach außen, als auch insbeſondere bei allem kuͤnſtlichen Schaf⸗ fen, gegenſaͤtzlich wirkt, und es wird auch in der Folge deutlich genug gezeigt werden, daß die Geiſteskraͤfte einander entgegen⸗ geſetzt ſind, und ſich als zeugende Principien(ein maͤnnliches und ein weibliches), bei naͤherer Betrachtung, kund geben. Richten wir aber unſere Aufmerkſamkeit auf die reale Ent⸗ ſtehung eines Kunſtwerks, ſo ſehen wir den menſchlichen Organismus, mit Werkzeugen ausgeruͤſtet, in den(unorga⸗ niſchen) Stoff der Außenwelt wirken, der durch ſeinen Widerſtand der bildenden Einwirkung entgegenwirkt. Mit⸗ hin iſt auch hier wieder ein zeugender Gegenſatz, der ſich wie Subject und Object verhaͤlt, indem der Organismus bei dieſem Vorgang das maͤnnliche, ſubjective(beſtimmende, thaͤtige), der Außenſtoff aber das weibliche(der Form empfaͤngliche, beſtimmtwerdende), nur widerſtaͤndlich wir⸗ kende Princip darſtellt.

b. Das Beſtehen(die Erhaltung) der Dinge iſt ebenfalls durch Gegenſatz vermittelt.

§. 8.

Das Beſtehen, Fortbeſtehen jedes Dinges kann nur begriffen werden als ein ſtetig fortgeſetztes Zeugen, Wieder⸗ erzeugen(Reproduciren). Jeder Organismus, jede Pflanze z. B. und jedes Thier ſteht mit ſeiner Außenwelt in Ge⸗ genſatz und daher in Wechſelthaͤtigkeit. Jede Pflanze, jedes Thier iſt mit Elementen umgeben*), die es angreifen, es

*) Die einfachſten Thiere, z. B. die Infuſorien, und eben ſo die einfachſten(unvollkommenſten, niederſten) Pflanzen, wie die Confer⸗