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Das Böse im Einklange mit der Weltordnung dargestellt : oder Neuer Versuch über den Ursprung, die Bedeutung, die Gesetze und Verwandtschaften des Uebels : mit kritischen Blicken in die Gebiete der neuern Theologie und Pädagogik in philosophischer Hinsicht / von B. H. Blasche
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genſatz: ein maͤnnliches und ein weibliches Princip, die ſich bei den organiſchen Individuen als entgegengeſetzte(männ⸗ liche und weibliche) Organe(gleichſam Werkzeuge) dar⸗ ſtellen, bei deren Ineinanderwirken(Conflikt) ſowohl ent⸗ gegengeſetzte zeugende Kraͤfte thaͤtig ſind, als auch dieſen Kraͤften entſprechende Stoffe in Beruͤhrung und Vereinigung kommen. Dieſe Vereinigung iſt der Urſprung eines neuen Dinges, oder der Anfang des Erzeugniſſes. Die Zeu⸗ gung iſt aber keinesweges auf diejenigen Naturreiche be⸗ ſchraͤnkt, die man ausſchließend organiſche genannt hat (das Pflanzen⸗ und Thierreich z. B.), ſondern vielmehr voͤllig allgemein, ſo daß man ſagen kann, jeder lebendige Gegenſatz ſey zeugend. Alle chemiſchen Erzeugniſſe z. B. gehen aus chemiſchen Gegenſaͤtzen hervor, wie bekanntlich das Neutralſalz, uͤberhaupt alle Salze, aus der Wechſelbe⸗ ziehung und Vereinigung von Saͤuren und Baſen, wovon jene in der Welt des Chemismus das maͤnnliche, dieſe das weibliche Geſchlecht darſtellen. Die zeugenden Urkraͤfte ſind die Elemente, und die kosmiſchen Geſchlechter(zeugenden Urkraͤfte der Schoͤpfung) ſtellen ſich als Licht und Finſter⸗ niß dar, aus deren Wechſelbeziehung und Vereinigung zunaͤchſt die Farbenwelt(und deren Verkoͤrperung) als Erzeugniß hervorgeht; denn was man bisher als den Ur⸗ ſprung der Farben bezeichnet hat, die Brechung des Lichts nämlich, duͤrfte vielmehr die Folge der Farbenzeugung, als die Urſache der Farben ſeyn. Aber umſtaͤndliche Unter⸗ ſuchungen dieſer Art liegen außer unſerm Wege; es iſt mir genug, den Leſer auf die Allgemeinheit der Zeugung und auf die Nothwendigkeit des Zeugungsgegenſatzes aufmerk⸗ ſam gemacht zu haben. Ihm wird vielleicht, durch