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Das Böse im Einklange mit der Weltordnung dargestellt : oder Neuer Versuch über den Ursprung, die Bedeutung, die Gesetze und Verwandtschaften des Uebels : mit kritischen Blicken in die Gebiete der neuern Theologie und Pädagogik in philosophischer Hinsicht / von B. H. Blasche
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§. 6.

Noch iſt uͤbrig, die Gegenſatzlichkeit innerhalb der Glie⸗ der des formalen allgemeinen Gegenſatzes= Zeit und Raum nachzuweiſen, wobei wir uns aber kuͤrzer faſſen köͤnnen. Der allgemeinſte zeitliche Gegenſatz iſt das Vor und Nach= Vergangenheit und Zukunft. Zeit⸗ liche Gegenſaͤtze des Lebens der Dinge, z. B. des Men⸗ ſchen, ſind die Lebensalter: Kindheit Jugend, Mannes⸗ Greiſenalter. Zeitliche Gegenſätze des Lebens der Erdoberflaͤche(bedingt durch die Doppelbewe⸗ gung der Erde und ihr Verhaͤltniß zur Sonne) ſind Tag Nacht, Morgen Abend; Sommer Winter, Fruͤhling Herbſt.

Der allgemeinſte Raumgegenſatz iſt der der Dimen⸗ ſionen= Laͤnge(Linie) Breite(Flaͤche); die Tiefe iſt als Ausgleichung beider zu betrachten. Gegenſaͤtze der raͤumlichen Lage ſind: oben unten, rechts links, vorn hinten. Den einfachſten linearen Gegenſatz bil⸗ den die Vertikal⸗ und Horizontallinie, dagegen ſind der Winkel und die Parallellinien gegenſaͤtzliche Combina⸗ tionen der geraden Linien, oder, beſſer vielleicht, Verhaͤlt⸗ niß⸗Gegenſaͤtze derſelben.

Wenn nun ſchon zwiſchen den allgemeinſten Einthei⸗ lungsgliedern der Schoͤpfung, und nicht minder zwiſchen den Hauptbeſtimmungen jedes Gliedes in ſich, eine ſo auffallende Gegenſaͤtzlichkeit herrſcht; ſo gibt dieß vorlaͤufig dem ſinni⸗ gen Weltbetrachter wenigſtens die Ahnung: das gegenſaͤtz⸗ liche Verhalten der Dinge und ihrer Beſtimmungen ſey all⸗ gemeines Weltgeſetz, welche Ahnung aber zur ſichern Er⸗ kenntniß wird, ſobald die Einſicht in die Nothwendigkeit