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oder den Stoff, ſo verhaͤlt ſich auch hier wieder alles ge⸗ genſatzlich. Die allgemeinſte oder kosmiſche materielle Ge⸗ genſätzlichkeit ſtellt ſich, einerſeits im Lichten und Fin⸗ ſtern(der erleuchteten und verfinſterten Materie), ander⸗ ſeits im Warmen und Kalten dar. Betrachten wir aber die Elemente, in die der Planet ſich getheilt hat oder zer⸗ fallen iſt(Luft, Waſſer, Erde), ſo zeigt ſich der ſchroffſte Gegenſatz zwiſchen der leichten, beweglichen, elaſtiſchen, geſtaltloſen Luft und der ſchweren, feſten, geſtalteten Erde, oder dem kryſtalliſirten Mineral; waͤhrend das Waſſer einen mittlern Gegenſatz zu den andern Elementen bildet.
Dieß iſt aber nicht genug, ſondern auch innerhalb jedes(phyſiſchen) Elements treten wieder Stoffgegenſätze hervor. Laut der chemiſchen Analyſis iſt in der Luft der Sauerſtoff dem Stickſtoff, im Waſſer der Waſſer⸗ ſtoff dem Sauerſtoff, im Ird(Mineral) uͤberhaupt das Baſiſche dem Sauern(ein Neutralſalz, z. B. die Lauge der Saͤure) entgegengeſetzt, und das Element ſelbſt iſt als ein Gleichgewicht, als eine Ausgleichung oder Syntheſe ſeiner Gegenſatze(der Glieder ſeines Gegenſatzes) zu be⸗ trachten, die unter Umſtaͤnden, wodurch das Gleichgewicht geſtort wird, wieder ſinnlich hervortreten.— Wer ubrigens in der praktiſchen Chemie nicht ganz fremd iſt, der weiß auch, daß dem Chemiker bei ſeinen analytiſchen Opera⸗ tionen(kunſtlichen Zergliederungen) uͤberall Stoffgegenſätze entgegenkommen.— Beſondere, quglitative, gegenſaͤtzliche Beſtimmungen oder Eigenſchaften der Materie moͤgen nur angedeutet werden: z. B. fluͤſſig— feſt, weich— hart, rauh— glatt, zaͤh— ſproͤde, durchſich⸗ tig— undurchſichtig(dunkel) u. ſ. w.


