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Das Böse im Einklange mit der Weltordnung dargestellt : oder Neuer Versuch über den Ursprung, die Bedeutung, die Gesetze und Verwandtschaften des Uebels : mit kritischen Blicken in die Gebiete der neuern Theologie und Pädagogik in philosophischer Hinsicht / von B. H. Blasche
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ſchiedenen Theile, Beſtimmungen und Eigenſchaften der Dinge beſchaͤftigt, d. h. ſeine Thaätigkeit iſt analyſirend; anderſeits aber iſt der Geiſt im Erkennen auf die Einheit des Mannigfaltigen geſpannt, d. h. er bemerkt die Verbin⸗ dung der Theile, ihre Aehnlichkeit und innere Verwandtſchaft, und richtet ſeine Aufmerkſamkeit auf das Allgemeine des Beſondern, auf die Geſammtbeziehung des Mannigfaltigen zur Einheit des Begriffs, und dieſe Thaͤtigkeit iſt ſyntheſirend. Im praktiſchen Leben des Menſchen, alſo im Handeln oder Thun findet dieſelbe Gegenſaͤtzlichkeit ſtatt. Indem der Menſch handelt, ſetzt er Veraͤnderungen in ſeiner Um⸗ gebung, er wirkt alſo(producirt) Mannigfaltiges; aber er ſetzt ſich zugleich einen Zweck ſeines Handelns, und die⸗ ſer iſt die Einheit, auf die ſich jede beſondere Handlung, uͤberhaupt alſo das Mannigfache ſeines Thuns bezieht. Iſt das menſchliche Thun techniſcher Art, d. h. beſteht es im Hervorbringen(Schaffen) von Kunſtdingen, ſo bemerkt man in der Kunſtthätigkeit des Menſchen dieſelbe Gegen⸗ ſaͤtzlichkeit, wie in der Naturthaͤtigkeit, naͤmlich einerſeits ein Analyſiren(Theilen, Sondern, Trennen), anderſeits ein Syntheſiren(Zuſammenſetzen, Vereinigen, Verbinden). Wer zuſammenſetzen will, muß theilen, wer bauen will, zerſtö⸗ ren. Dieß alles iſt klar, und Jeder kann es ſich, bei einigem Nachdenken, noch klarer machen. Auch wird ſich die gegenſaͤtzliche Natur des Geiſtes, im Fortgang unſerer Unterſuchungen, dem Leſer noch klarer vor Augen ſtellen.

§. 5.

Richten wir nun unſere Aufmerkſamkeit auf das zweite Glied des univerſellen Gegenſatzes, die Materie naͤmlich