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Das Böse im Einklange mit der Weltordnung dargestellt : oder Neuer Versuch über den Ursprung, die Bedeutung, die Gesetze und Verwandtschaften des Uebels : mit kritischen Blicken in die Gebiete der neuern Theologie und Pädagogik in philosophischer Hinsicht / von B. H. Blasche
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gen, und eine Verfluſſigung(Aufloͤſung) und Vergaſigung (uebergang in die Luftform) des Feſten vorgeht. Wenig⸗ ſtens wird Jeder, der dieß nicht anerkennen wollte, aber doch Kenntniß der Natur des chemiſchen Proceſſes beſitzt, zugeben, daß bei jedem Vorgang dieſer Gattung zu gleicher Zeit Verbindungen und Trennungen vor ſich gehen, woraus folgt, daß die Natur im chemiſchen Proceß auf entgegen⸗ geſetzte(gegenſätzliche) Weiſe thätig iſt. Daſſelbe iſt nun auch in jedem andern Naturproceß der Fall: Im Elek⸗ trismus offenbart ſich bekanntlich der Gegenſatz im+ E und E., im Magnetismus im+ M. und M., am Magnete in den entgegengeſetzten Polen, und im Galva⸗ nismus ſind die Proceſſe ſelbſt einander entgegengeſetzt, was diejenigen wohl wiſſen, die ſich theoretiſch und praktiſch mit dieſem wichtigen Naturvorgange beſchaͤftigt haben, und Andere leicht erfahren koͤnnen, die davon Kenntniß neh⸗ men wollen.

Andere, die ſich weniger um die Natur, aber deſto mehr um die Kenntniß des menſchlichen Geiſtes bekuͤmmert haben und auf ſeine Wirkungsweiſe aufmerkſam geweſen ſind, werden die Gegenſaͤtzlichkeit in ſeinem Wirken nicht verkannt haben. Der Menſch ſey theoretiſch thaͤtig, d. h. im Erkennen begriffen, alſo in der Richtung nach innen wirkſam, oder er ſey praktiſch thaͤtig, d. h. im Thun oder Handeln begriffen, mithin in der Richtung nach außen wirkſam, ſo iſt in beiden Faͤllen ſeine Thätigkeit ein beſtaͤn⸗ diges Analyſiren und Syntheſiren, Trennen und Verbin⸗ den, Zerſtoͤren und Bauen. Im Erkennen iſt der Geiſt, einerſeits, auf das Mannigfaltige gerichtet, und dann mit der Wahrnehmung, Beobachtung, Unterſcheidung der ver⸗