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iſt ja bey der moraliſchen Nothwendigkeit auf keine Weiſe anzutreffen, ſondern es kommt da lediglich aut unſer Gefallen an, dergeſtalt, daſs man zwar wohl gewiſs certo, aber doch nicht ne- ceſlario, ſondern aus eigener Willkühr etwas will oder nicht. Die freyen Handlungen, ſagt er da- her§. 208., haben zwar ihre Gewiſsheit, aber doch keine Nothwendigkeit(futura contingentia habent ſuam veritatem determinatam), und kön- nen daher von Gott gewiſs vorhergeſehen werden. Daſs dieſe Gewiſsheit bleibt, erhellet
) daraus, weil man niemals will ohne raiſon, oder ohne eine Vorſtellung des Guten und Böſsen, und weil man
b) bey ſolcher Vorſtellung des Guten und Bö- ſsen vermöge ſeiner moraliſchen Matur ge- neigt wird, daſs man das vorgeſtellte Gute gerne habe, und das vorgeſtellte Böſse gerne los ſeyn will, und daher auch jenes gewiſs wird wollen, und dieſes gewiſs wird nicht wollen, wo uns nicht gewiſſe Conſidera- tiones oder Umſtände zurückhalten, dahin auch gehört, wenn wir aus bloſser Commo- dität oder Caprice, oder Complaiſance u. f. f. ein vorgeſtelltes Gut fahren laſſen. Da nun Gott alle Umſtände vorher weiſs, in
04 denen
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