der Vernunft allen Einfluſs auf unſere Handlun- gen abſprechen können? Ich weiſs keine andre Antwort
Gefühlen, die in ihr entſtehen, die innere Narurkrafe etwas thätig beytrage. Man vergl. auch 1 B. I. Ver- ſuch XVI..§. XI. Verf. III.
Glücklicher weiſe, fagt Garve, werden die beſs- ten Beobachter der moraliſchen Welt und die zu- Lleich den erſten Keim der Tugend haben, gewahr: daſs dieſe Pflanze, wenn ſie emporwächſt, auch ſchon hier nicht nur das Unkraut, von dem ſie umgeben iſt, dämpfen und überwachſen, fondern auch den Boden felbſt verbeſſern könne. Unſer Temperament, unſere finnlichen Neigungen und Priebe, unſer Körper ſelbſt, können ſich bis auf einen gewiſſen Grad durch die fortgeſetzte Arbeit unſers Geiſtes umändern.——— Weſſen Herz ſchlägt nicht fröhlicher, wenn er den Ausdruck des Socra- tes lieſt, er habe das Glich genoſſen, gewalr zu werden, daſs er rdglich beſſer werde. Menſchen von diefer Art, (und ich glaube daſs es deren giebt,) werden wif- ſen, daſs der Körper und ſeine Beſchaffenheit, ja ſelbſt die äuſere Dinge, welche durch ihn wirken, ſich, bis auf einen gewiſſen Grad nach dem Modell der Seele abformen; dafßs— welche Urſachen es auch in der menſchlichen Maſchine feyn mögen, die den Zorn des einen, die Begierde des andern weit über den Grad des Uebels oder des Guten hin- austreiben, welchen der ſich ſelbſt überlaſſene Geiſt würde in dem Gegenſtande wahrgenommnen ha- ben;— daſs, fſage ich, der Einfluſs dieſer Urſa-


