30 werde ich mich bey der Kantiſchen und den dar- aus abgeleiteten Theorien verweilen müffen, um zu Zeigen, dafs wir noch keine erſchöpfende völ- lig befriedigende, die praktiſche und ſpekulative Vernunſt mit ich auſohmende Meorie uber die Frey-
neit haben.
Fine ſyſtematiſche Ordnung aus Principien kan ich dabey nicht beobachten, weil es mir als Skeptiker*) in dieſer Lehre an einem erſchöpfen- den Prinzip fehlt. Ich werde aber eben ſo we- nig bloſoe Aphoriſmen liefern, indem meine Hauptabſficht zugleich mit dahin geht, dem Leſer eine bequeme Ueberſicht aller bisherigen Frey- heitstheorien zu verſchaffen. Dieſe letztere Ab- ſicht hoffe ich hauptſächlich durch folgende Ta- pelle zu erreichen, die ich meiner ganzen Arbeit zum Grunde gelegt und ſo weit es ihr Zweck zu fodern ſchien, genau befolgt habe.
Freyheit iſt entweder ein metaphſiſches oder ein ſittliches Vermögen xu handeln. Metapſiſche Freyheit wird nun betrachtet I. in Anſehung ihrer Qualität— als ein Vermö- gen aus ab/oluter Selbſtthtigkeit ⁊u handeln d. h. ohne zum Handeln beſtimmt worden zu ſeyn. Das
*) Es verſtebt ſich von ſelbſt, daſs dies Wort hier nicht im ſtrengſten Sinn genommen werden dürfe.


