xI Vorrede.
Was heiſst es denn aber: ale Moralitit Zer- ſoren, ale Sittenlehre umſtürten? Söllten dieſe Be- griffe nicht noch zu wenig ertwickelt und perich- tigt ſeyn, als daſs man ſie zu beſtimmten philoſo- phiſchen Urtheilen gebrauchen, und darunter
ſicher ſubſumiren könnte?
Wie? wenn nun mein angeſchuldigtes Hauptvergehen und das Unſittliche meiner Theo- rie, etwan darinn beſtünde, daſs ich einen Ge- danken, der(ein Paar philoſophiſche Schulen ausgenommen, ſonſt) allgemein angenommen, und deſſen Wahrheit vòn alhen guten und:minder gu- ten Menſchen im gemeinen Leben eingeſtanden und vrausgeſetæt wird, weder verläugnet, noch verſchwiegen, noch in künſtliche Formeln einge- hüllt und dahin, wo man ihn nicht gleich ſuchen möchte; verſteckt:⸗ ſondern ehrlich und offen vor Augen gelegt häbe. Dieſer Gedanke iſt: es giebt auch ein moraliſches Unvermögen, oder es giebt für den Menſchen kein ſittliches Mlvermö-
gen; wir Menſcl henkinder ſind weder mächtig ger
nug


