Röhren aus. Im Nu duckt er ſich zum Sprung— dann überſchlägt er ſich mit meiner Kugel im Hals und bricht zuſammen. Noch⸗ mals reißt er ſich hoch, dann ſtürzt er mit lautem Krach die Bö⸗ ſchung hinunter.
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Ein Elefantenſchlachtfeſt
Von Colin Roß
Aus dem jüngſten, Buche von Colin Roß:„Die erwachende Sphinr. Durch Afrika vom Kap nach Kairo“⸗ deſſen Erſcheinen dieſer Tage von zahlreichen Zeitungen mit großer Freude begrüßt wurde, drucken wir in Folgendem ein Kapitel ab. das guch den Titel tragen könnte:„Die Beſtie im Menſchen“. Roß ſchildert, wie er einen Ele⸗ fentenn efilmt und geſchoſſen hat, der dann von den leiſchlüſternen Negern„mit hängender Zunge umſtanden wurde. bis man ihnen die Erlaubnis gab, den aufgedunſenen Leib, der wie ein halbgefüllter Ballon über dem Gras ſtand. ſich anzueignen...
Ich hakte ſchon oft erzählen hören und geleſen, wie ſich das Elefantenſchlachtfeſt abſpielt. Allein die Szenen, die üc jetzt vor meinen Augen abrollten. hätte ich doch nicht für mögli gehalten. Als mein erhobener Arm ſank, zum Zeichen, daß ihnen der Elefant freigegeben ſei, ſtürzten ſch die Männer von allen Seiten mit geſchwungenen blinkenden Meſſern auf den Kadaver. Wie Ameiſen hatten ſie ihn im Handumdrehen von allen Seiten erklettert und bedeckt.
Man ſah nichts mehr von dem Elefantenkörper, ſondern nur mehr ein Gewimmel nackter, fettglänzender, ſchweißtriefender Leiber, ein Durcheinander ſchwarzer Körper, das die ungefähren Umriſſe des toten Tieres wiedergab.
Eine Zeitlang ſah man nichts als dieſe ineinander ver⸗ klammerten, ſich übereinander wälzenden und ſchiebenden Leiber. Dann kündete das erſte rote Blut, daß es der fieberhaft arbeiten⸗ den Maſſe gelungen, durch die dicke Haut zu dringen. Für Augen⸗
blicke ſah man zwiſchen den ſchwarzen Leibern das freigelegte
blutigrote Fleiſch. Dann bedeckten es wieder die kribbelnden Menſchen⸗Ameiſen.. MNiit einem Male gab es einen kurzen, ſcharfen Knall wie bei einer Exploſion, Ein Teil der Eingeborenen fiel erſchreckt von dem Elefantenkörper herunter. Die andern, die Erfahreneren, grinſten nur, wenn auch ein wenig verlegen. Die wühlenden Meſſer waren bis in die Bauchhöhle vorgeſtoßen, und die ange⸗ ſammelten Gaſe Eutwichen. Nur eine Sekunde Verzögerung hatte es gegeben, dann wurde weitergearbeitet. Galt es doch, keinen Augenblick zu verlieren und ſich ſo viel wie möglich von dem erſehnten Fleiſch zu ſichern. Ob die Männer nach einem beſtimmten Plan vorgingen, oder ob jeder aufs Geratewohl losſchnitt, war nicht erkennbar. Jedenfalls gab es nur ſelten Streit. Ab und zu bellten ſich wohl zwei der bluttriefenden Geſtalten an wie zwei Bluthunde. Doch Streit bedeutete Zeitverluſt; in der Zwiſchenzeit holten ſich die bideren die beſten Stücke. Daher ging man raſch wieder an die rbeit.
So ſchrumpfte in unglaublich kurzer Zeit der mächtige Leib des Rieſen zuſammen. Schon lagen die Zähne bloß, ſchon glänzte weis die Knochendecke des Schädels, ſchon ſah man die Rippen. Die Schlächter ſtanden jetzt mit vornübergebeugten Oberkörpern und gruben und wühlten in der Bauchhöhle.
Rücken ſtanden an Rücken, Geſäß an Geſäß, Schenkel an Schenkel, wie aneinandergefeſſelt und ineinander verwoben. Die Männer hatten keine Zeit, ſich aufzurichten. Zwiſchen den Beinen hindurch warfen ſie die blutigen Fleiſchfetzen den wartenden Weibern zu, die danach ſchnappten wie Hunde und es zu den Familienhaufen trugen, die andere Glieder der Sippe eifer⸗ ſüchtigſt bewachten.
Fleiſch, Fleiſch, Fleiſch! Eine Orgie war es, ein Rauſch! Der ganze Menſchenſchwarm war wie bezecht,
Auflöſung unſeres Kreuzwort⸗Rätſels
S7 AE22 7EſA 22 la ar, a 2 2 A F 3 AT 5 2 S ſaſE S 2 A a 2 A 9 I ſa ͤE A AA F a NS A J r N 5 2AENAAAEAEAE e Jh e S. ——————
zwie irr und toll, Fleiſch, Fleiſch! Sie wühlten und gruben. Sie
fuhren ſich gegenſeitig mit ihren Meſſern in die Glieder und achteten es nicht.. Die inneren Teile des Rieſen traten heraus. Die Einge⸗
weide öffneten ſich. Ihr ſtinkiger Inhalt miſchte ſich mit Blut und
Schmutz zu einem ekelhaften Brei. Aber das hinderte die Fleiſch⸗ hungrigen nicht. Bis zu den Knöcheln ſtanden ſie in dem grauen⸗ haften Matſch. Sie knieten darin. Sie wühlten darin. Die untere Seite des Tieres und die Beine lagen in dieſer Jauche. All dies Fleiſch ſog ſich voll mit dem Unrat. Das machte nichts. Sie ſchnitten und ſäbelten es ab. Die Weiber trugen es triumphierend zu dem übrigen. Einzelne fraßen das Fleiſch roh, ſoffen die Blut⸗ lache. Es war ſchon ein Anblick für ſtarke Nerven.
Schach⸗Ecke
Die Schachecke wird bearbeitet von J. Bruchhäuſer, Frankfurt a. M. Walomdlerde 29, wohin auch alle Zulchriften und Löfungen zu ſenden ſind.
Wie löſe ich einen Dreizüger?
(3. Fortsetzung.) 1 Noch eine letzte Aufgabe im böhmischen Stil wollen wir heute besprechen. Es ist ein Vierztger; aber deshalb sollte niemand zurdckschrecken, denn diese worden ja auf dieselbe Art gelöst wie die Dreizjüger. Diese Aufgabe zeigt,
wie man mit ganz geringem Materialaufwand eine Reihe schöner Mattführungen
hervorzaubern kann.
Aufgabe Nr. 110
Karl Traxler, Dub. Zlatä Praha 1893. 4
9 h
ſh
2
5 2
8 ſh,
5
.
3
Matt in 4 Zügen.
Kontrollstellung. Weiß: Kb4; Db6; 8g3, hs. Schwarz: Kg4.(4:1) 4 matt.
Es ist eine Beliebtheit vieler Komponisten gewesen, gerade mit den in obiger Aufgabe verwendeten Steinen zu komponieren. Eine große Anzahl dieser Fünfsteiner gibt es, und doch zeigen sie fast alle etwas anderes.
Wenn wir an das Lösen obiger Aufgabe gehen, werden wir bald merken, daß wir nicht weiterkommen, wenn der Sg3 geschlagen wird. Das bringt uns auf den Gedanken, den Springer zu ziehen oder aber ihn zu decken. Nehmen wir also einmal als ersten Zug Db6— gl an. Würde Schwarz jetzt den Springer h3 schlagen, so könnte mit 2. Se4, Kh4; 3. Dg, Khs; 4. Dg3 matt die Forde- rung erfüllt werden. Reißt der schwarze K. aber im ersten Zuge nach 13 aus, so gibt es keine Fortsetzung mehr, die zu einem dreizügigen Matt führt. Es dürfte also wohl besser sein, den Sg3 im ersten Zuge zu ziehen als ihn zu decken. Wir haben auch bereits gemerkt, daß Schwarz nach der Randlinie ruhig schlagen kann, denn dann kann der König abgesperrt werden und wird mattgesetzt. Warum sollen wir also den zweiten Springer nicht auf ein Rand- feld tetzen? Und dies ist die tatsächliche Lösung: 1. Sgs— höl Weiß raubt dem Schwarzen zwei Fluchtfelder und gibt ihm dafür zwei neue frei. Schwarz wird sich nun natürlich hüten, einen der beiden tapferen Springer zu nehmen, er sucht vielmehr die Mitte des Brettes zu Bewiunen und zieht Kfö. Aber es nützt nichts mehr, denn das Kesseltreiben beginnt. 2. Dfé, Ke4; 3. 8g3+, Kes; 4. De matt. Es ist ein überraschend schönes, reines Matt, was wir hier sehen. Wäre der K auf das letzte S-Schach nach d ausgerückt, so hätte der
Sh3 auf f4 mattgesetzt.— Ein getreues Spiegelbild dieser Mattführung ent-
steht, wenn der schwarze K im ersten Zuge nach fs zieht. es folgt da 2. Df2* usw. Dies sind zwei sehr schöne Echomattbilder.— Nun bliebe ja dem Schwarzen nur noch die Flucht nach den Randfeldern im oersten Zuge übrig, aber da folgt, wie gesagt, immer 2. Dgl! und Schwarz muß ruhig auf den Todesstoß warten.— Jeder Leser spiele die Varianten dieser Aufgabe alle noch einmal durch und lasse sie in Ruhe auf sich einwirken, er wird dann mit mir sagen: es ist bewunderungswürdig, was Meterhände aus so geringem Material herauszuholen vermögen. 3
Mit dieser Aufgabe wollen wir das Kapitel:„Böhmische Schule“ schließen und im nächsten Abschnitt mit den Kombinationsaufgaben beginnen.
(Torts. folgt.)
Spielabende des Arbeiter⸗Schachklubs Frankfurt a. M.
Abt. 4(mnanataathi Montag, Hotel„König von England“, Battonnstr. 683 Abt. 2(Riederwald): Mittwoch bei Blank. 4
Abt. 3(Bockenheim): Mittwoch,„Zum Preischütz“, Leipziger Straße 64. Abt. 4(Bahnhofsviertel): Donnerstag,„Regenbogen“, Gutleutstraße.
Abt. 5(Nordend): Freitag bei Waiter, Weberstraße 84.
Abt. 6(Rödelheim): Dienstag bei Geyer, Eschborner Landstraße.
Abt. 7(Bornheim): Mittwoch bei Pauly, Germaniastraße 44.
Abt. 8(Niederrad): Samstag, Sportplatz der Freien Turner, Halmstraße. Abt. 9(Sachsenhausen): Dienstag bei Adrian, Affentorplatz.
Abt. 10(Gallusviertel): Mittwoch bei Israel, Franken-Allee 234.
Für die Schriftleitung verantwortlich: Oscar Quint.


