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Volk-Kunst-Wissen / für die Schriftleitung verantwortlich: Oscar Quint
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68 Fhnen, Herr Pemzepal, wünſche ich ma

gaben, die Jugend

nzt, iſt

N

s glä für den

daß Sie mit harten Stiefeln und dünnen Klamotten

zur Arbeit trotten,

daß Sie neun oder gar zehn Stunden an der Maſchine ſteh'n, und dann müde und hungrig nach Hauſe zieh'n.

Sie eſſen, unterhalten ſich eine Weile, legen ſich nieder,

erwachen wieder

am frühen Morgen,

und mit Ihnen die Sorgen.

Und am Zahltag die paar Moneten ſind auch ſchon flöten. Miete, Gas, das bißchen Freſſen, Kohlen abzahlen noch vergeſſen, und Kleidung iſt nebenan. Das iſt der Segen der Arbeit! Es mangelt an allen Ecken und Enden, und Sie ſtehen da mit leeren Händen. Und die Kinder ſehen Sie an Das, Herr Prinzipal, wünſche ich Ihnen einmal.

Einmal wünſche ich Ihnen,

daß Ihr Direktor,

oder Inſpektor

nicht gut geſchlafen hat..

Er ſchreit Sie an,*

droht mit Entlaſſung,

und Sie außer Faſſung,

müſſen ſchweigen,

laſſen alles über ſich ergeh'n,

weil draußen tauſend andere ſteh'n. Das, Herr Prinzipal, wünſche ich Ihnen einmal.

Sie machen ein unwilliges Geſicht? Sie würden ſich das nicht gefallen laſſen? Gut. Dann wehren Sie ſich, packen mal ordentlich aus und fliegen'raus. Dann können Sie ſtempeln geh'n bis Sie mürbe ſind und fangen dann wieder von vorne an. So ein Daſein, Herr Prinzipal, wünſche ich Ihnen einmal.

Alfred Merkwitschka.

Die ſozialpädagogiſche Bedeutung

der Schulgemeinde

EErziehung zur Demokratie und zum Gemeinſinn Von Prof. Dr. M. H. Baege(Oberurſel)

Die Idee des ſozialen Volksſtaates ſetzt unbedingt voraus, daß ſeine Bürger gewillt und befähigt ſind zur Selbſtbeſtimmung, Selbſtverwaltung und Selbſterziehung, ſowie zu ſozialem Denken und Handeln. Es iſ deshalb eine der pädagogiſchen Hauptauf⸗

die ſchon zum rechten Gebrauch der Freiheit, zur Selbſtdiſziplin, zu freiwilliger Einordnung in die Gemeinſchaft und zu werktätigem Gemeinſinn zu erziehen. Wie im Staate, ſo herrſchte auch in der Schule bisher das Bevormundungs⸗ und Beaufſichtigungsſyſtem. Die alte Erziehung

das Echte bleibt der Nachwelt unverloren

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ſtand unter dem Zeichen der Herrſchſucht, ſie knechtete den Zögling, indem ſie ihn unter die Herrſchaft ſtarrer pädagogiſcher Dogmen ſtellte. Sie unterdrückte meiſt den geſunden Drang zur Freiheit, ſtatt ihn frühzeitig zu benutzen und in die richtigen Bahnen zu lenken. Weil ſie ſo verfuhr, wurde ſie vom Zögling als etwas ihm Fremdes, ja Feindliches empfunden, deſſen jegliche Eigenart ſtötenden Einwirkungen er ſich möglichſt zu entziehen oder gar ent⸗ gegenzuſtemmen ſuchte. Das alte abſolutiſtiſche Erziehungsideal ſtändiger Bevormundung muß nun aber fallen und dem demo⸗ kratiſchen Erziehungsideal freier Selbſtbeſtimmung Platz machen; denn die Maßnahmen der bisherigen Schulzucht entſprechen nicht mehr den Aufgaben neuer Zeit. Erziehen heißt: Führen zur Selb⸗ ſtändigkeit, Hinleiten zum rechten Gebrauch der Freiheit. Alle wahre Erziehung muß ſich ſchließlich ſelbſt unnötig machen. Damit ergeben ſich neue Aufgaben für die Geſtaltung der Schulzucht. Das neue Erziehungsideal der freien, ſelbſtverantwortlichen Perſön⸗ lichkeit verlangt, daß an Stelle des ſelbſtherrlichen Zwanges, der abſolutiſtiſchen Befehlsmethode die Erziehung zur Selbſtdiſziplin und zur freiwilligen Einordnung in die Gemeinſchaft tritt. 4 Die erzieheriſche Aufgabe, die der Lehrer in der Schule bis⸗ her zu leiſten hatte, war in der Hauptſache eigentlich ein toter Polizeidienſt. Das alte auf unbedingter Autorität aufgebaute Schulſyſtem zwang den Lehrer in die unwürdige Rolle eines Aufpaſſers, ja Büttels. Seine Autorität war meiſtens auf äußere Macht baſiert. Der barſche Kommandoton des Kaſernen⸗ hofes erſcholl deshalb auch vielfach im Schulhauſe. Der Lehrer hatte den Schülern gegenüber immer recht. Er war unfehlbar, unbedingter Herr ſeiner Klaſſe, der von Schülerfragen nicht un⸗ terbrochen werden durfte und den Schülermeinungen nichts an⸗ gingen. Wehe dem Schüler, der ſich erlaubte, eine eigene Meinung zu haben oder gar der des Lehrers entgegenzutreten! Was Wunder, daß der Lehrer deshalb von der Jugend als der gefürchtete Vorgeſetzte, ja vielfach geradezu als der Feind empfunden wurde, gegen den alle Liſten und Schliche im Klein⸗ kriege der Schule galten. Dadurch entſtand eine Atmoſphäre ſtärkſten Mißtrauens, ja hier und da erbittertſter Feindſchaft, die natärlich eine wahrhafte und fruchtbare Erziehungsarbeit von vornherein unmöglich machte. G Die Grundlage aller wahren Erziehung bildet aber gerade das gegenſeitige Vertrauen. Nur der Lehrer wird auf die Jugend einen wirklich erzieheriſchen Einfluß ausüben können, der das Vertrauen der Jugend genießt. Dieſes Vertrauen kann er ſich aber nur dadurch erringen, daß er ſeinen Zöglingen nicht als Vorgeſetzter, als der Herrſcher in der Klaſſe, ſondern als der treue Helfer und verſtändnisvolle Berater entgegentritt. Er⸗ ziehen heißt, die Eigenart des Zöglings zu ſeinem und der Ge⸗ meinſchaft Wohle entfalten helfen, das kann aber nicht geſchehen durch herriſches Bevormunden und mißtrauiſches Beaufſichtigen und Herumſchnüffeln, durch kleinliches Nörgeln und Tadeln oder ſtändiges Moralpredigen, ſondern durch liebevolles Eingehen auf die Eigenart des Zöglings und durch Vertrauen auf das Gute in ihm. Wir wieſen ſchon in dem Aufſatz über den Arbeits⸗ unterricht darauf hin, daß mit dem Üübergang von der Memorier⸗ und Wort⸗ zur Arbeits⸗ und Tatſchule ſich auch ſofort das Ver⸗ hältnis zwiſchen Lehrer und Schüler fundamental ändern würde. In der Arbeitſchule iſt der Lehrer eben nicht mehr der unnab⸗ bare Vorgeſetzte und unbedingte Herrſcher der Klaſſe, ſondern freigewählter Führer und Arbeitskamerad der Jugend. Damit ändert 19 ſelbſtverſtändlich auch die Stellung des Lebrers zu ſeiner Arbeitsgemeinſchaft, zu ſeiner Klaſſe. Während er früher ſeine Anordnungen in vollſter Unabhängigkeit von ſeinen Schülern treffen konnte, muß er jetzt die Willensmeinung ſeiner Klaſſe berückſichtigen, kann er nur dann etwas erfolgreich an⸗ ordnen, wenn er die Mehrheit für ſich hat. Das Kameradſchafts⸗ verhältnis der Arbeitgemeinſchaft bringt das notwendigerweiſe ſo mit ſich. Damit iſt aber der entſcheidende Schritt zur Demo⸗ kratiſierung der Schuldiſziplin getan. Das Handeln und Ver⸗ halten wird jetzt dem Schüler nicht mehr anbefohlen und genau vorgeſchrieben, ſondern erwächſt organiſch aus den Formen ſeiner Betätigung und den Bedürfniſſen ſeines Lebens und ſeiner Ar⸗ beitsgemeinſchaft. Die Klaſſe iſt nicht mehr, wie bisher, ledig⸗

lich Obiekt, ſondern Subiekt der Schulzucht. Die Schülerſchaft