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Was glänzt, iſt für den Augenblick geboren, das Echte bleibt der Nachwelt unverloren
Die ſozialpädagogiſche Bedeukung der Arbeitsſchule
Von Profeſſor Dr. M. H. Baege(Oberurſel)
Die Einheitsſchule iſt nur ein Teilproblem jenes großen Aufgabenkomplexes, den wir als das Schulreformproblem be⸗ zeichnen. Sie umfaßt nur die organiſatoriſche Seite der Schul⸗ reform. Ihre Danglan gade iſt es, die in der mangelhaften Organiſation des Bildungsweſens liegenden Hemmniſſe für den Aufſtieg der Begabten und ſchließlich den Standescharakter der höheren Schulen zu beſeitigen.
Die Einheitsſchule an ſich verlangt aber nicht auch not⸗ wendigerweiſe eine Anderung des inneren Schulbetriebes. Gerade dies iſt aber das wichtigſte, denn die eigentlichen pädagogiſchen Fehler und Mängel der heutigen Schule ſind faſt durchgehends ſolche des inneren Schulbetriebs. Die Erziehungs⸗ und Unter⸗ richtsmethoden gilt es vor allem zu ändern, deshalb fordern wir in Antereichtrioher Beziehung die Umgeſtaltung der heutigen Lern⸗ oder beſſer Memorierſchule in eine Arbeits⸗ und Tatſchule. Die Lern⸗ und Memorierſchule war vorwiegend paſſiv, eine„Still⸗ itzſchule“, die durch ihre Unterrichtsmeboden vielfach zur geiſtigen
bhängigkeit und zum Autoritätsglauben ſtatt zur geiſtigen Selbſtändigkeit und Selbſtverwaltung erzog, und deren Unter⸗ richt totes Wiſſen, aber kein eigenes geiſtiges Leben erzeugte. Das war nicht anders zu erwarten; denn das Grundverhalten des Kindes iſt ja das aktive Verhalten. Es will ſich an den Dingen der Wirklichkeit betätigen. Es will nicht nur lernen, im Sinne von Memorieren, ſondern er drängt in ihm zur Betä⸗ tigung aller Kräfte. Eine naturgemäße Erziehung muß deshalb an dieſen ſpontanen Beſchäftigungsdrang anknüpfen. Erſt die Arbeits⸗ und Tatſchule gibt dem Schaffensdrange des Kindes volle Betätigung. Deshalb fordern wir den Arbeitsunterricht. Er iſt nicht gedacht als ein neues Unterrichtsfach, das zu den vielen alten noch dazu kommt, es iſt vielmehr eine neue und beſſere Unterrichtsmethode. Ja, es it überhaupt die einzige naturge⸗ mäße und vernünftige Unterrichts⸗ und Erziehungsmethode. Unter Arbeitsunterricht verſtehen wir alſo nicht einen dem bis⸗ herigen Unterricht etwa nur rein äußerlich aufgepappten Werk⸗ unterricht, ſondern die grundſätzliche Erziehung zur Selbſt⸗ betätigung unter weitgehendſter Heranziehung körperlicher produktiver Arbeit. Der Schüler ſoll ſich alſo nicht nur, wie bis⸗ her vorwiegend, rein aufnehmend verhalten. Deshalb wird— unter Anknüpfung an den kindlichen Spieltrieb— vom erſten Schultage an, auf möglichſt ſelbſtändige manuelle und geiſtige Arbeit Wert gelegt. Denn die Selbſtbetätigung in der Arbeits⸗ ſchule bezieht ſich ja nicht nur auf die körperliche Tätigkeit, ſie kann und ſoll ebenſogut mit geiſtigem Material ausgeübt werden. Wir fordern deshalb konſequente Durchführung des Arbeitsprinzips für alle Schulen und durch alle Stufen. Und es iſt erfreulich, daß die Bewegung für die Arbeitsſchule ſowohl von unten her, durch den Werkunterricht in den unteren Klaſſen, wie auch von oben her durch Laboratoriums⸗ und Seminar⸗ übungen in den Oberklaſſen der höheren Lehranſtalten und Uni⸗ verſitäten zu gleicher Zeit eindringt. In der Arbeitsſchule wird in gemeinſchaftlicher Arbeit von Kindern unter Mithilfe des Lebrers die Löſung ſelbſtgewählter Aufgaben erſtrebt. Hand⸗ arbeit und geiſtige Tätigkeit gehen dabei Hand in Hand.
Der Menſ bracht wird und was er an totem Wiſſenbeſitz mit herum⸗ trägt, ſondern durch das, was er ſich ſelbſt erarbeitet hat und was ihn fähig macht, den Stoff ſelbſttätig anzufaſſen und zu bewältigen. Die bisherige Schule lehrte nur durch das ge⸗ ſprochene oder gedruckte Wort; deshalb hatte ſie auch nur Sprache
und Schrift als Lehrmittel zur Verfügung. Durch dieſen reinen e vielfach Papageien und Autoritäts⸗
Wortunterricht erzog gläubige, geiſtig Unſelbſtändige und Herdenmenſchen. Sie erzog zum reinen Wortwiſſen, zur Uberſchätzung des Wortes, beſonders des gedruckten, zur kritikloſen Hinnabme alles Gedruckten, ja zur überſchätzung alles rein Begrifflichen überhaupt, die ſchließlich
zu einem wirklichkeitsfremden und lebensgewandten Formalis⸗
wird nicht durch das gebildet, was ihm beige⸗
Das heißt, ſie war es ja eigentlich nicht mehr als er; nur war 3
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mus führte. Der Arbeitsunterricht hingegen entwickelt und ſtärkt den Wirklichkeits⸗ und Tatſachenſinn und bleibt ſtets in engſter Beziehung mit dem Leben. Er 1 deshalb die Grundlage aller Erziehung, auch der geiſtig⸗ſittlichen, dient er doch, wie kein anderes Mittel, der moraliſchen Willensbildung und der Er⸗ ziehung zum ſozialen Denken und Handeln; denn die Schule wird durch den Arbeitsunterricht zur freien Bildungsgemeinde, die Klaſſe zur ſolidariſchen Arbeitsgemeinſchaft, die allein eine lebendige, ethiſch⸗ſoziale Erziehung zu ſchaffen vermögen, indem ſte zu gegenſeitiger Hilfsbereitſchaft und zu gegenſeitigem Ver⸗ tändnis erziehen, kurz, das Solidaritätsgefühl und alle ſon⸗ kigen ſozialen Tugenden frühzeitig zur Betätigung kommen aſſen.
Der alte Wortunterricht unterband den Pollftünd gen Ablauf der geiſtigen Vorgänge bis zum Handeln. Er ließ die geiſtigen Prozeſſe vorher abbrechen, ehe ſie naturgemäß in Reaktionen, in Handlungen ausgemündet hatte. Deshalb iſt auch das gegen⸗ wärtige Geſchlecht ſo aktionsunfähig, ſo willensſchwach, ſo bar jeder Initiative, deshalb fehlt es uns ſo ſehr an friſch zugreifen⸗ den tatkräftigen Perſönlichkeiten. Der lebendige Betätigungs⸗ drang iſt dem heutigen Geſchecht ia auch in der„Stillſttzſchule“, die nur die Rezeptivität, nicht die Aktivität pflegte, geradezu ſyſtematiſch aberzogen.
Das Arbeitsprinzip ſetzt nun an Stelle des autoritativen Wertprinzips das eigene Wahrnehmen, Beobachten und Unter⸗ ſuchen, das Selbſtfindenlaſſen, kurz die Selbſtändigkeit. Gleich⸗ zeitig wird dadurch eine ganz neue Auffaſſung der Arbeit gelehrt. Sie wird zur freigewählten Betätigung zur Luſt an ſinnvollem Schaffen in, mit und für die Gemeinſchaft, während der autori⸗ tative Wortunterricht der Arbeit vielfach den Charakter von etwas Unfreiem, Unangenehmen, ja qualvollen verlieh.
In den freien Arbeitsgemeinſchaften der Arbeitsſchule in denen dann der Lehrer nicht mehr Vorgeſetzter, ſondern freige⸗ wählter Führer und Arbeitskamerad iſt, herrſcht natürlich auch ein ganz anderes Verhältnis zum Lehrer, der Schüler unter⸗ einander und damit des Einzelnen gegenüber der Geſamtheit, in der er ſteht, herbeiführen. Das Bewußtſein der gemeinſamen Leiſtung wird allmählich in dem Schüler das Gefühl der Ver⸗ antwortung des Einzelnen gegenüber der Geſamtheit entſtehen laſſen und das Bewußtſein der Abhängigkeit von den Leiſtungen der anderen. Auch darin liegt ein wichtiges Moment für die Erziehung zum ſozialen Denken und Handeln.
Dieſe Arbeitsgemeinſchaften werden natürlich auch die Be⸗ fähigungen des Einzelnen viel beſſer und gründlicher erkenneit laſſen, als ſelbſt die ausgeklügelſten experimental⸗pſychologiſchen Ausleſemethoden. Nicht mehr werden Ungeeignete— wie das heute in den höheren Schulen in hohem Maße geſchieht— in den geiſtigen Beruf hineingepreßt, nicht mehr theoretiſch Hochbegabte in manuell⸗techniſche Berufe gezwungen werden. Jede Begabung wird dann zur Ausbildung kommen, und alle Rangunterſchiede zwiſchen Kopf⸗ und Handarbeit werden verſchwinden; denn alls Begabungen gelten ja der Arbeitsſchule als geiſtig gleichwertig und ſozial gleich wichtig. Und dieſe Anſchauung wird ſich ſchließ⸗ lich von der Schule her allmäblich auch auf das ganze ſosiale Leben ausbreiten und ſo die Seſtige Grundlage für eine wahr⸗ hafte ſoziale Kultur ſchaffen helfen.
Pipa de Papi So eine Geſchichte Von Frank Dewett Das hätte nun aber doch wirklich nie und nimmer geſchehen dürfen Herr und Frau Moſchus waren außer ſich. Beſonders ſie.
mehr als der Baum. Nun bog ſich zwar die kleine Frau Moſchus nicht, trotz des Sturmes, der in ſie gefahren war; aber ſie haſtets mit kleinen flackrigen Trippelſchritichen durch das Zimmer, vo
es anders. Das Bäumchen, in das der Sturm s biegt ſich
einer Ecke in die andere, ſo, wie ein Stück entlaſſenes Butterbro


