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Volk-Kunst-Wissen / für die Schriftleitung verantwortlich: Oscar Quint
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mit den Skiern, obwohl ich Gefahr laufe, an irgendeiner Stelle,

unter der die Strömung durchgeht, einzubrechen. Und nun renne

ich wie beſeſſen mit den geſchulterten Skiern, renne, als wäre hinter mir die Hölle losgelaſſen.. Aus weiter Ferne höre ich die Eskimos nach mir rufen. Sie

eulen und ſchreien; und ich laufe wie noch nie in meinem ganzen

eben. Das Schneegeſtöber umwirbelt mich, vom Sturm gepeitſcht, ſo dicht, daß ich faſt nichts mehr ſehe. Ich halte die Richtung nach den Rufen meiner Gefährten.

Plötzlich bin ich mit dem einen Bein in einer Wake, aber unter dem andern trägt das Eis; ich komme wieder hoch, weiter! Jetzt höre ich die Stimmen der Eskimos deutlicher, und endlich hehe ich ſie auch vor mir. Sie ſtehen hoch über mir auf der Eis⸗ kruſte am Strand, rufen, winken und gebärden ſich wie verrückt. Es ſieht aus, als ob ſie mitſamt dem Strandeis in raſender Ge⸗ ſchwindigkeit ſlordaufwärts glitten Da begreife ich: in wilder Fahrt treibe ich mit dem jungen Eis den Fjord hinab und dem Meere zu. Dicht zu meiner Linken iſt ein Zipfel offenen Waſſers

ſſiichtbar. Er nähert ſich, wächſt und wächſt. Einen Augenblick verliere ich die Faſſung, dann aber ändere ich die Richt

ung und renne nun halb fjordaufwärts, halb dem Ufer und dem Strandeis

zu. Die Eskimos laufen mir längs der Eiskruſte entgegen, alſo in⸗

der Richtung, nach der ich mit dem Eis abgetrieben werde, und werfen mir von oben eine lange Harpunenleine zu. Gerade, da ich im Vorübertreiben das Ende faſſen kann. Schnell ſchlinge i

ſie um das Handgelenk und halte ſie feſt wie im Schraubſtock Die

Eskimos ſtemmen ſich mit den Füßen gegen den Rand der Eis⸗ kruſte und Fiohen mich auf Ufereis im gleichen Augenblick, in dem

das offene Waſſer mir ſchon die Sohlen leckt.Allianai!(Was bin

ich froh!) rufen ſie, während ich über die viele Meter Phe Bruch⸗

1 ſtelle des Ufereiſes hinaufklettere.Allianaikonni! Einen noch ſtärkeren Ausdruck der Freude kennt die Eskimoſprache nicht.Wir hatten ſolche Angſt, du würdeſt es nicht mehr ſchaffen!

Mir ſelbſt bleibt fürs erſte die Sprache weg. Ich pruſte und keuche wie eine alte Dampfmaſchine. Die Schlagadern an den Schläfen hämmern, als wäre da drinnen eine ganze Kupfer⸗

ſchmiede in Betrieb.

Als ich längſt feſten Boden unter mir habe, meine ich immer noch, der Satan ſei mir auf den Ferſen. Ich ſehe hinter mich offenes Waſſer und jähe Strömung, wo ich ſoeben noch wie von einer Meute gehetzt übers Eis rannte.

Das war ein richtiger Wettlauf mit dem Tod. Noch ein paar Sekunden ſpäter, und ich wäre auf Nimmerwiederſehen hinaus ins Meer getrieben.

Pioniere der Funktechnik

Ernſt Frederik Werner Alexanderſon

. Der Schwede Alexanderſon iſſt heute einer der erſten Funktechniker Amerikas. Ganz abgeſehen von ſeinen hervorragen⸗ den Leiſtungen, die er im Dienſte der amerikaniſchen Induſtrie auf dem Gebiete des Funkweſens vollbrachte, drückt ſich das auch äußerlich dadurch aus, daß er der erſte Ingenieur derRadio⸗ Corporation of America und Präſident desInſtitute ob Radio⸗ Engineers iſt. 3 Alexanderſons Name wurde zuerſt durch die Arbeiten, die er zuſammen mit Feſſenden zur Schaffung von Hochfrequenz⸗

maſchinen ausführte, außerhalb der engeren Fachkreiſe bekannt.

Die Maſchine von Feſſenden lieferte bei 333 Umdrehungen in der Sekunde einen Wechſelſtrom von 100 000 Perioden. Alexunderſon vervollkommnete die Maſchine Feſſendens weſentlich. Vor allem ſetzte er die Drehzahl des Ankers ganz erheblich herab, da er ſich alsbald mit 25 000 Perioden begnügte. Man hatte inzwiſchen die Erfahrung gemacht, daß man auch mit größeren Wellenlängen ſehr gute Ergebniſſe erzielen konnte. Alexanderſons Maſchine, die ſonſt grundſätzlich der von Feſſenden gleicht, iſt dadurch weſentlich betriebsſicherer geworden Die hohen Umlaufzahlen der Maſchine werden allerdings auch jetzt noch,

durch die Einſchaltung von Zahnradgetrieben erreicht. Die Alexan⸗ derſon⸗Maſchine, die einen regelmäßigen, nach der Sinuskurve verlaufenden Wechſelſtrom liefert, wird heute in Amerika viel für größere Leiſtungen, meiſt 200 Kilowatt, verwendet. Ihr Haupt⸗

vorzug iſt, daß ſie ihre Schwingungen ohne Verluſt direkt in die

Antenne ſchickt. In Frankreich erzeugt dieCompagnie Générale

Radioslectrique eine ähnliche Maſchine, die von dem franzöſiſchen

Ingenieur Latour durchkonſtruiert wurde. Ihm gelang es, die als Übelſtand empfundenen hohen Umlaufziffern dadurch noch weiter herabzuſetzen, daß er am rotierenden Teil dreimal ſo viel Pole anbrachte wie am feſtſtehenden Teil der Maſchine. Alexanderſons Tätigkeit auf dem Gebiete der Funktechnik iſt mit dem Bau von leiſtungsfähigen Hochfrequenzmaſchinen keines⸗ wegs erſchöpft. Eines ſeiner weiteren Verdienſte iſt, daß er auch Eiſen zum Bau von Hochfrequenzgeräten verwandte, eine Tat, die niemand vor ihm gewagt hatte, da man die magnetiſchen Eigen⸗ ſchaften dieſes Werkſtoffes fürchtete. Als leitender Ingenieur der prohenGeneral Electric Compagnie konſtruierte er u. a. Hoch⸗ requenztransformatoren für Leiſtungen bis zu 200 Kilowatt. Er ſchuf die Erdungsanlag: der amerikaniſchen Großfunkſtelle New⸗ runswick, Der Antennenwiderſtand dieſer Station betrug

wie bei der von Feſſenden,

*

3 Ohm. Alexanderſon verminderte dieſen Widerſtand etwa um das

Zwölffache, indem er in regelmäßigen Abſtänden eine große Zahl

von Drähten in die Erde verlegte und ſo der Antenne ein Gegen⸗ gewicht ſchuf, das äußerſt wirkſam wurde. Außer dieſen Arbeiten

beſchäftigte er ſich auch mit der Verbeſſerung der Empfangstechnik, mit der Mehrfachtelephonie und zahlreichen Einzelfragen, die hier

aufäuzählen zu weit führen würde. Alexanderſon wurde am 25. Janaur 1878 in der altehr⸗ würdigen ſchwediſchen Univerſitätsſtadt U palg geboren. Er ſtu⸗ dierte an der ſüdſchwediſchen Univerſität Lund, beſuchte dann die Techniſche Hochſchule in Stockholm und vollendete ſeine Studien in Berlin. Im Jahre 1901 finden wir ihn bei der S.& O. Electric⸗Compagnie in den Vereinigten Staaten. Aber ſchon im nächſten Jahre trat er zurGeneral Electric über, der

er bis zum heutigen Tage als einer ihrer erſten Ingenieure an⸗

gehört. Der Sohn Schwedens hatte in Amerika ein ausgedehntes Tätigkeitsfeld und damit eine neue Heimat gefunden. W. M.

Schach⸗Ecke Die Schachecke wird bearbeitet von J. Bruchhäuler, Fragtfurt a. M., Waldſchmidtſtraße 29: wohin auch alle Zu⸗ chriften und Löfungen zu ſenden ſind. Aufgabe Nr. 94 G. Buchmann, Neukölln Turnier des Berliner Arbeiter⸗Schachklubs 1. und 2. Preis geteilt

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Matt in drei Zügen Enoͤſpielſtudie Nr. 44 A. Troitzky, Petersburg Stellung: Weiß: Kg 2, L a 2, B b 5, h 2(4); Schwarz: Kh5, Lo2, B d 5, h 6(4). Weiß zieht und gewinnt. Löſung: I. b5 b6I Lc2 e4+; 2. Kg 2 g 3, d 5 d4, 3. h 3 h4, Kh5, 4. L a2 b1I und gew.

1. L d5 ſcheitert an L. d 3; 2. b 6L a6, 3. a 7I.% a7 und Weiß kann nicht gewinnen, da der Läufer das Feld h 8 nicht beherrſcht.

Ortsgruppen im Frankfurter Bezirk:

fe nbach,Zum Hohenſtein, Donnerstags. enbach, Reſtauration Koſtner. Dienstags. nau, Gewerkſchaftshaus, Mittwochs und Samstags. chenheimAnker, Freitags. ſchofsheim.Kaiſer Friedrich. Mittwochs. nhauſenb. Fr., Greb, Mittwochs. mſtadt, Gewerkſchaftshaus, Donnerstags. esheimZum kühlen Grund, Samstags. d.Rheingauer Hof, Donnerstags. öchſt.Zur Roſenau, Dienstags und Freitags. ſſenheim, Volkshaus, Mittwochs.

iſenau, bei Michael, Samstags. öchſtadt,Adler Mittwochs.

rſel,Zur deutſchen Eiche, Samstags.

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nburgHarmonie Montags.

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euznach,Schillingshof, Montags und Freitags:

Mörfelden.Roſengarten, Freitags.

ſt erbach,Bobbeſchänkelche:. n⸗Krotzenburg,Zum deutſchen Haus Mittwochs.

Mainz,Parkuseck Samstags.

NRaunheim,Zum Taunus, Hintergaſſe, Montags.

Unterliederbach,Alleehaus, Donnerstags; ferner in

Wiesbaden. Frankfurt. Babenhauſen und Bieber.

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Für die Schriſtleitung verantwortlich: Oscar Quint.

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