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Volk-Kunst-Wissen / für die Schriftleitung verantwortlich: Oscar Quint
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Metalle im menſchlichen Körper

Die mediziniſche Forſchung hat feſtgeſtellt, daß es viele Menſchen gibk, die faſt ſtändig Zink ausſcheiden. Bei ſolchen Menſchen findet ſich der Zinkgehalt hauptſächlich in der Leber, in den Muskeln und im Gehirn ſowie im Blut, das übrigens bei allen Menſchen zinkhaltig iſt. Vermutlich iſt der Zinkgehalt dieſer Körperorgane darauf zurückzuführen, daß gewiſſe pflanz⸗ liche und tieriſche Nahrungsmittel des Menſchen Zink enthalten. So findet ſich 3. B. im Körper unſerer hauptſächlichſten Schlacht⸗ tiere Rind, Kalb, Schwein und Schaf ein ziemlich anſehn⸗ licher Gehalt an Zink, beſonders in der Leber, die beim Rind ſogar auch etwas Kupfer enthält. Auch Seefiſchfleiſch, Hühnereier, Brot, Dörrgemüſe und Kartoffel weiſen einen ſchwachen Zink⸗ gehalt auf. In jüngſter Zeit haben die Forſcher Betrand und Marcheboeuf im menſchlichen Körper auch Nickel und Kobalt ge⸗ funden und zwar faſt in gleicher Menge ſowohl in der Leber als auch in der Bauchſpeicheldrüſe(Pankreas), für deren Sekretion der Metallgehalt beſonders wichtig ſein dürfte. Es handelt ſich beim Metallgehalt des menſchlichen Körpers aber natürlich immer nur um ganz verſchwindend kleine Mengen, die oft nur Tauſend⸗ ſtel eines Grammes betragen. Die Leber des Menſchen enthält beiſpielsweiſe nur ungefähr 146 Tauſendſtel Gramm Zink, 150

Tauſendſtel Gramm Rickel und 100 Tauſendſtel Gramm Kobalt.

Ungeachtet dieſer geringen Mengen ſcheinen nach den neueſten Forſchungen dieſe Metalle im Körper aber doch eine bedeutſame Rolle zu ſpielen, ſo vor allem bei der Heilwirkung des erſt in allerletzter Zeit entdeckten Mittels gegen die Zuckerkrankheit, des aus der Bauchſpeicheldrüſe gewonnenen Infulins. Eine Unter⸗ ſuchung hat ergeben, daß in Inſulinpräparaten hundertmal enehr Nickel und Kobalt enthalten war, als in den Drüſen, aus denen ſie gewonnen wurden.

Das ſterbende Paris Das alte Paris ſtirbt. Mit harter Fauſt räumt der Geiſt der neuenZeiten in ihm auf. Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit ameri⸗ kaniſieren dieſe Stadt, die am längſten ihrem harien Griffe wider⸗

ſtand, und die man gut kennen muß, um in ihr noch die letzten

Reſte jener intimen Kultur deszweiten Kaiſerreichs entdecken

zu können. Der alte Montmartre iſt dem modernen Montvarnaſſe

gewichen. Auf ſeinen ländlich grünen Hügeln werden bald Miets⸗ kaſernen mitleidlos über die große Stadi blicken. Der letzteFi⸗ aker erregt an derPlace de l'Opéra heute mehr Aufſehen, als ſeinerzeit das erſte Auto. DieMétro(Untergrundbahn) hat mit ihren annähernd 300 Stationen den Boden unterminiert, auf dem die architektoniſchen Zeugen dreier Jahrhunderte ein bedrohtes Daſein führten. Der Eiffelturm, deſſen Lichtreklame nachts weit bis in die fernen Vorſtädte leuchtet, iſt wie ein drohendes Wahr⸗ zeichen des unaufhaltſamen Fortſchritts geworden.

Dort, wo amBoulevard des Italiens, dem Zentrum der großen Boulevards, einſt unterLouis Philippe das Herz von Paris am ſtärkſten ſchlug, ſind taufend Erinnerungen der Hacke und dem Spaten gewichen, die einen ganzen Häuſerkomplex niederriſſen, um am 1. November des verfloſſenen Jahres den Ver⸗ kehrsſtrom desBoulevard Haußmann ungebindert in die großen Boulevards fließen zu laſſen. Wie lange iſt es her, ſeit⸗ dem in den nunmehr verſchwundenen Bücherläden oder auf den Straßenterraſſen der Cafés ſich Dichter, Journaliſten, Maler und jene ganze geiſtige Elite trafen, deren pulſierendes geiſtiges Leben dieſer Straße den Charakter eines Zentrums der Welt auf⸗ prägte, aus dem die Kraft eines verfeinerten Eſprits weit über die Grenzen Frankreichs hinaus drang! DerBoulevardier, der franzöſiſche Dandy des zweiten Kaiſerreichs, der vor ſeinem Glaſe Abſinth auf der Kaffeehausterraſſe die Pariſer große Welt vor⸗ beidefilieren ſah und mit ſeinem beißenden Spotte bewarf, hat demBuſinesman Platz gemacht, der zwiſchen Börſe und Bureau keine Zeit mehr hat, über die Schönheit und Vergänglichkeit alles Irdiſchen ſchwärmeriſche Phraſen zu ſprechen. Für ihn, deſſen Augen nur die Realität zu ſehen gewöhnt ſind, klettern an den Laternen, Litfaßſäulen, Kiosken, Häuſern und Dächern mächtige,

ſchreiende Plakate empor, deren Inhalte Nützlichkeit und Zweck

verkünden. Der tobende Verkehr, die Jagd nach dem Gelde oder nur der harte Kampf um das tägliche Brot um ihn herum haben ſeine Gefühlsregungen ertötet. Um ihn pulſtert ein neues Leben, das in ſeiner Art zwar grandios iſt, aber in ſich den Todeskeim destime is money(Zeit iſt Geld) trägt. 4 Wenn in der abendlichen Dämmerung das Lichtmeer der levards ſich entzündet und wie ein feenhaftes Feuerwerk im dunkelnden Himmel brennt, dann denkt man an jene Antwort von Maupaſſant auf die Frage eines Freundes, wie ihm die elegante Dame am Nebentiſche gefiele:Nicht genug Ringe, um ihre Hände zu verbergen. Nicht genug Glanz ſtrahlt uns hier entgegen, um die Armut dahinter zu verſtecken. Paris, dieStadt des Lichts,

wie der Franzoſe ſie nennt, verliert mehr und mehr ihren inneren Schein und iene ſtarke Welle vergeiſtigten Lebens, die ſich

aus ihr einſt über Europa breitete. Nur Phantomen einer Ge⸗ ſchichte gewordenen Zeit begegnet man noch, einer Zeit, in der man die Muße zum Bummeln und zum Plaudern hatie, zu Froh⸗

ſinn und Witz, einer Zeit, in der man Muße hatte zu leben.

Paris ſtirbt. Man weint ihm ein paar Tränen nach. wenngleich

der Menſch von heute über dieſe Sentimentalität mitleidig lächelt. Fedor Lovest.

Schach⸗Ecke

Die Schachecke wird bearbeitet von J. Bruchhäuler⸗ Frankfurt a. M., Waldſchmidtſtraße 29: wohin auch alle Zu⸗ ſchriften und Löſungen zu ſenden ſind.

Aufgabe Nr. 93 E. Baumgarten Köln. Kockelkorngedenkiurnier 1921 2. Preis

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Matt in drei Zügen 8:9

Enoͤſpielftudie Nr. 43 Centurini Eine ſehr merkwürdige Stellung iſt die folgende von

Centurini, der ſich um die Analyſe des Endſpiels Läufer gegen erdienſte erworben hat. Man

Läufer und Bauer die größten 1 4 würde glauben, daß Weiß durch den Bauernvorſtoß leicht gewinnt, aber Schwarz verteidigt ſich nach I. e 6. e7 mit La 5 dl und

Weiß darf wegen Patt weder Dame noch Turm machen. Aber

weder ein Läufer noch ein Springer genügt zum Gewinn bei dem Stande des Läufers auf h 2.

winnen. Stellung: Weiß: Kc6, Lh 2, Be6; Schwarz: KC3, La5. Weiß am Zuge kann nicht gewinnen. 4 Der Verſuch mit I. L c7 zu gewinnen, ſcheitert an Lb Al(nich

L e wegen e 71); 2. Lb 6(droht L 5!) Le 7l 3. L a 5, L a 3; 4. Kd 5, Kb 7; 5. K e5, Le7l 6. Kf 5, Kc; 7. Kg 6, Kd5 8. Kf7, Le5(er darf nicht auf die zweite Diagonale, zum Bei⸗

ſpiel nach h 4, wegen La 5 3 10); 9. Ld8, Ke4A(Ke52

uſw. Remisſtellung bei dem Mittelbauer. Ortsgruppen im Frankfurter Bezirk:

ffenba 9.Zum Hohenſtein, Donnerstags. ffenbach, Reſtauration Koſtner, Dienstags. anau, Gewerkſchaftshaus, Mittwochs und Samstags. echenheimAnker, Freitags. iſchofsheim,Kaiſer Friedrich, Mittwochs. ainhauſenb. Fr., Greb, Mittwochs. armſtadt, Gewerkſchaftshaus. Donnerstags. riesheim,Zum kühlen Grund, Samstags. ied,Rheingauer Hof, Donnerstags.. öch ſt.Zur Roſenau, Dienstags und Freitags. oſſenheim, Volkshaus, Mittwochs.

GAAGAGca

iſenau, bei Michael, Samstags.

erhöchſtadt,Adler, Mittwochs.

erurſel,Zur deutſchen Eiche, Samstags.

ſenburgHarmonie Montags.

euznach,Schillingshof, Montags und Freitags.

örfelden,Roſengarten, Freitags.

ſterbach,Bobbeſchänkelche:. in⸗Krotzenburg,Zum deutſchen Haus Mittwochs.

ainz,Parkuseck, Samstags..

Raunheim,Zum Taunus, Hintergaſſe, Montags. 4

Unterliederbach,Alleehaus, Donnerstags; ferner in

Wiesbaden Frankfurt. Babenhauſen und Bieber.

Für die Schriftleitung verantwortlich: Oscar Quint. 2

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Wäre der Läufer urſprünglich auf g 3, könnte Weiß ſowohl mit 2. e 3 als auch mit 2. e88 ge⸗

10. Le7 und 16+); 10. Le7, Lf2; II. Lb 4, Lh 4; 12. Lc, 5.