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Der Skiläufer : ein Lehr- und Wanderbuch / von A. Fendrich ; mit 8 Tafeln und zahlreichen Textbildern von Dr. R. Biehler
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aufgeben, wie ſie in den Händen ihrer Erfinder zu Wunder⸗ werkzeugen werden. Das iſt der Bumerang, das Schleuder⸗ holz des Auſtralnegers, mit dem er der Wildente im Flug den Hals abſchneidet, und das aus dem Wurf im Bogen wieder zum Schützen zurückkehrt. Und weiter der Kajak des Eskimos, das fellüberſpannte Einſitzerſchiffchen, in dem eine Landratte auch auf ſpiegelklarem Waſſer totſicher umkippt, das der Eskimo aber auf den Wogen der ſtürmiſchen See tanzen läßt, wie eine Glaskugel auf dem Strahl eines Springbrunnens tanzt. So iſt der Telemarkſki auch ein Zauberbrett, das man bloß zu ſeinen Künſten zwingen muß. Das hat auch ſchon vor bald ſiebenhundert Jahren der Verfaſſer des norwegiſchen Königsſpiegels gewußt, der in ſeiner köſtlichen, naiven und anſchaulichen Sprache von Männern erzählt, diedünne Bretter zu einer ſo großen Geſchwindigkeit abrichten durch Liſt und Kunſt, daß oben in den Bergen nichts, was ſich auf der Erde bewegt, im ſchnellen Lauf dem Manne entgehen kann, der ſolche Bretter an den Füßen hat. In andern Gegen⸗ den, wo die Leute nicht an ſo etwas gewöhnt ſind, wird ſich kaum ein Mann finden, er mag noch ſo gewandt ſein, der nicht alle Gewandtheit einbüßt, ſobald ſolche Holzſtücke an ſeine Füße gebunden werden.

Wer alſo mit ſeinen neugekauften Skiern zum erſtenmal hinauszieht auf die weißbeſchneiten Almen, der wundere ſich nicht, wenn er zunächſt einmal nach dem Königsſpiegelalle Gewandtheit einbüßt.

Die Bindung.

DieLiſt und Kunſt, Bretter abzurichten, iſt aber erſt möglich, wenn eine gute Bindung den Fuß mit dem Ski zuſammenhält. Über die beſte Skiform iſt man ſich auf dem Kontinent ſo einig, daß es ſchwerfallen dürfte, irgendwo einen anderen als einen Telemarkſki zu bekommen. Was aber eine gute Bindung iſt, darüber herrſcht nichts weniger als Übereinſtimmung. Es haben unter den Völkern der Ski⸗ läufer ſchon ganze Bindungskriege getobt, und die deutſche Skiliteratur hat in dieſen Fehden eine ſtarke Bereicherung an originellen und kraftvollen neuen Wortbildungen erfahren. Es iſt aber ein Troſt, daß man auch in dieſer weniger erfreu⸗ lichen Beziehung nach Norwegen blicken kann, wo der Ton in den Zeitungspolemiken über Bindungen und Stil auch nichts zu wünſchen übrig ließ, und wo 3. B. die Kritik über