1051 Die achte Predigt ein Knecht iſt/ muß ſeinem Henn Nuß ſthaffen /demſelhen exem. P gratia, den Acker bauen/ die Fruͤchte einſam̃ien/ des Viehes warxtenc. und alles/ was einkoͤm̃t lieffern: der Herr behaͤlts dann
vor ſich/ und gibt dem Knecht uͤber ſeinem geringen ohn nichts.
Aber G Ottes Knecht iſt/ der hat den beſten Nutzen ſeines Dien⸗
ſies fuͤr ſich einzunehmen und zu empfahen. Dann totunn, gvod redle colitur, OEIIS„ Bomini prodest non DE 9, das alles/ was ein Menſch im Gotrtesdienſt verrichtet/ nutzet ihm dem Menſchen/ und nicht GOtt. b Dann wie die Ooitloſen/ die G Oetdem HErrn nicht die⸗ nen wollen/ nur ihnen ſelbſten die groͤſte Vngelegenheit und Schaden verurſachen/ G Ott dem HErrn aber keinen Schaden zufuͤgen koͤnnen: Alſo im Gegentheil/ wann wir Ihm als treue Knechte dienen/ haben wir den Nutzen davon und nicht Er. 6 wir klat befinden/ wann wir auff den Augenſchein gehen;
Dann /lieber Menſch bedencke/ wann du G Ottes Wort fleiſtig anhoͤreſt/ betrachteſt/ lerneſt/ und Tag und Nacht deine Luſt dran haſt/ wem nutzet es? G Ott dem HErrne Nein) kei⸗ nes weges/ dann das waͤre eben ſo verſtaͤndig geredt/ aſs ſo einer
ſagte/ wann er der Sonnen Liecht brauchte/ ſo dienete erder Son⸗ nen/ und die Sonne nicht ihm: oder wann er auß einem Brun⸗ nen truͤncke/ ſo thue er dem Brunnen eine ſonderbare Gutthat/ a aber empfahe nichts. Du ſelbſt wirſt ſa lieber Menſch/ durch de fleiſſtge Handlung Goͤttliches Worts erleuchtet/ mit Weiß heit und Berſtand begabet/zu G Ott gezogen/ und mit herrlichen Su⸗ genden gezieret. Alſo wann du GOtt anruffeſt und biteſt/ wer hat den Nutzen darvon? Abermal nicht G. O&/ ſondern du/ der du durchs Gebet geiſtliche und leibliche Guͤter dErinſei⸗ nem Wort verſprochen/ erlangeſt. Wann dur das heilige Abendmahl braucheſt nach C Hriſti Befehl/ wer hat Nutzen darvon? Freylich nicht Cyoriſtus dein HEn/ ſendern aunaſan
4


