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Eben ſo wenig darf man aber auch von dem freudigen, ja oft ſchwelgeriſchen Wachsthum eines jungen Waldes auf die Güts des Bodens ſchließen. Oft wachſen junge Waldungen 20 oder 40 und mehrere Jahre lang ſehr gus, und bleiben dann auf einmal zum Erſtaunen zuruck, weil die wenige gute Erde den nun ſtärker gewordenen Stämmen die erforderliche größere Menge von Nahrung nicht verſchaffen kann, oder weil vielleicht die Wurzeln der Stämmen nun auf eine für ſich nachtheilige Erd⸗ und Steinart, oder wohl gar in zu viele Naſſe kommen. Es kann daher nur ein ausgewachſener ſchöner Baum die Güte des Bodens, worin er ſteht, beſcheinigen, und eine Unterſuchung des
Bodens überſtüſſig machen.
So ſehr ich empfehle, bey der Unterſuchung des Bodens nicht leichtſinnig zu Werk zu gehen: ſe fehr rathe ich aber auch, bey dieſem Geſchafte nicht allzu ſcrupulös zu handeln.— Man laſſe ſich auf keine weitläuftige und künſtliche oder chemiſche Unterſuchung der Erdbeſtandtheilchen ein, und mache dieſe Sache nicht allzu aecurat. Das Hauptgeſchäfte leidet ſonſt darunter, und man kommt nicht von der Stelle.— Nach der Farbe und durch das Gefühl läßt ſich der Boden ſchon hinlänglich genau beurtheilen, wenn man ſich jede Erd⸗ und Steinart nach ihrer verſchiedenen Farbe und Textur, und nach der Empfindung, welche ſie beym Anfühlen verurſacht, ſchon bekannt gemacht hat.— Der Boden iſt ohnehin in vielen Diſtrikten Platzweiſe ſo verſchieden, daß doch nicht für jede einzelne Stelle die ſchicklichſte Holzart gewählt werden kann. Es muß daher am Ende doch nur eine aufs Generelle der Fläche eines Diſtriktes, oder einer be⸗ trächtlichen Abtheilung davon, paſſende Beſchreibung und Beſtimmung gemacht werden. Die Hauptſache iſt immer nur zu unterſuchen und zu beſtimmen: ob der Boden in einem Diſtrikte, wenn man feine Beſchaffenheit im Ganzen genommen betrachtet, für die darauf ſtehende Holzart als gut, mittelmäßig oder ſchlecht anzuſprechen ſey, und was für eine Holzart man darauf anzubauen habe, wenn die Umſtände eine Umformung des gegenwärtigen Beſtandes erfordern, oder wenn der Diſtrikt noch gar nicht mit Holz beſtanden iſt.


