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—— 2g Dritter Abſchnitt. Ueber die Verſchiedenheit der Waldbehandlung und die Nothwendigkeit der Be⸗ ſimmung zweckmaͤßiger und allgemeiner Vorſchriften fuͤr die Holzzucht, beſonders wenn ein Forſt taxirt werden ſoll,
Erſtes Kapitel. Von der Verſchiedenheit der Waldbehandlung,
E. iſt bekannt, daß nach Verſchiedenheit der Waldbehandlungsart, der Holzertrag der Forſte größer oder geringer ausfallt.— Wenn man einen Forſt, der guten oder auch nur mittelmäßigen Boden hat, als Hochwald bewirthſchaftet, ihm eine gehörig lange Zeit zum Um⸗ oder Abtriebe beſtimmt, und periodiſch die unterdrückten Stämme herausnimmt, um den Wachsthum der dominirenden Stämme zu befördern; ſo erhält man aus demſelben jährlich ungleich mehr Holzmaſſe, als wenn man die Umtriebszeit in den Hoch⸗ waldungen zu kurz annimmt, oder die Aushauung des von Zeit zu Zeit unterdrückt werdenden Holzes un⸗ terläßt. Auch erhält man alsdann bey der Baumholzzucht oder Hochwaldwirthſchaft bey weitem mehr Holzmaſſe, als wenn in demſelben Walde die muſterhafteſte Wurzelholzzucht oder Niederwaldwirthſchaft ge⸗ trieben, folglich nur Prügel⸗ oder Reißerholz erzogen wird; wie ich ſolches in meiner Anweiſung zur Holzzucht für Förſter und in meinem Lehrbuche für Förſter beſtimmt auseinander geſetzt und hewieſen habe.— Es hängt alſo dis Größe des Holzertrages eines Forſtes ſchon von der Methode ab, nach welcher man ſeinen Beſtand behandelt.— Wie viel mehr muß aber auch die Art, auf welche die Holzzucht üderhaupt getrieben wird, und wodurch mehr oder weniger vollkommens Beſtaände erfolgen, einen wichtigen Unterſchied im Holzertrage eines Forſtes machen!
Da, we man geſchickte und fleißige Forſtleute hat, und wo die Kammern und Oberforſtämter auf⸗ geklärt genug ſind, die zur Beſaamung oder Bepflanzung der Blößen, und überhaupt die zur Forſt⸗Cultun und zum Forſtſchutze nöthigen Geldſummen anzuwenden, da, ſage ich, muß und wird der Ertrag der Forſts ungleich größer ſeyn, oder doch in Zukunft viel höher werden, als da, wo ungebildete und unthätige Men⸗ ſchen die Forſtwirthſchaft beſeorgen, und wo aus übel angebrachter Sparſamkeit, oder aus Mangel an Ein⸗ ſicht, entweder nichts, oder zu wenig auf die Cultzur der Forſte verwendet wird⸗
Wenn es dem Forſtwirthe nicht evlaubt iſt, oder wenn es ihm vieimehr an den Mitteln fehlt, dir
Blößen in ſeinem Forſte mit Holz in Beſtand zu bringen; ſo muß natürlicherweiſe der Holzertrag des For⸗ ſies


