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—— W 27
Um alſe berechnen zu können, wie groß die Holzmaſſe ſeyn wied, die auf einer gewiſſen Fläͤche in einer beſtimmten Zeit erzogen werden kann, wenn ſie mit einer gewiſſen Holzart beſtanden iſt, muß eine Unterſuchung der Beſchaffenheit des Bodens und ſeiner Lage vorgenommen, und durch das Reſultat dieſer Unterſuchungen beſtimmt werden, was fur Helzarten durch künſtliche Culturen auf jeder Waldblöße ange⸗
zogen werden können, und den übrigen Umſtäͤnden gemäß angezogen werden müſſen.
Die Unterſuchung des Bodens und der Lage eines jeden Walddiſtriktes iſt alſo einer von den Haupt⸗ gegenſtänden, worauf ſich die Beſtimmung der auf die Blößen anzubauenden Holzarten und die Berechnung des Holzertrages einer jeden ſchon bewachſenen Waldfläche ſtützen muß.
Man unterſuche demnach, durch Einſchlagung eines kleinen Loches, den Waldboden an verſchiedenen
Orten in jedem Diſtrikte oder in jeder Abtheilung eines Diſtriktes, zwey bis drey Fuß tief, oder ſo tief, als es nöthig iſt, um den Holzwuchs beurtheilen zu können.— Man netire in der Karte die von 6 zu 6 Zollen abwechſelnde Beſchaffenheit der aufeinander liegenden Erdſchichten durch angenommene Zeichen,
wie ſolches im erſten Kapitel des vorigen Abſchnittes gelehrt worden iſt, und bemerke noch ferner in der
Forſtbeſchreibung, wovon weiter unten das Nöthige vorkommen wird: ob die Lage des Ortes rauh oder mild, eben oder bergig, nach Moergen, Mittag, Abend oder Mitternacht mehr oder weniger ſtark abhän⸗ gend, trocken, friſch, feucht oder naß iſt. Auch bemerke man zugleich, ob das Holz im Frühjahre, der Erfahrung nach, gerne erfrieret, ob es im Winter durch Schneeanhang und Rauhreif oft Schaden leidet, oder was ſonſt noch zu bemerken ſeyn ſollte.
Man vergleiche hierauf die gewöhnlichen Verſchiedenheiten des in einem Diſtrikte, oder ſelbſt in einer Abtheilung deſſelben, vorkommenden Bodens unter einander, mit Rückſicht auf ſeine Lage, und trage ihn, wie er im Durchſchnitte genommen angeſprochen werden kann, entweder als guten, oder als mittel⸗ mäßigen, oder als ſchlechten Boden, in die dafür beſtimmte Columne der General⸗Forſtver⸗ meſſungs⸗Tabelle, wovon weiter unten noch beſtimmter gehandelt werden wird.— Zugleich bemerke man in der Forſtbeſchreibung, ob und wie der ſchlechte Boden allenfalls verbeſſert werden kann, und was
für eine Holzart am beſten darin wachſen würde.
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Stehen noch ſchöne ausgewachſene Bäume auf einem Diſtrikte; ſo kann man von ihrem gu⸗
ten Wuchſe ohne Bedenken auf die Güte des Bodens ſchließen. Dieſes gilt aber nicht im entgegengeſetzten Falle. Schlechter Holzwuchs iſt zuweilen nicht die Folge von ſchlechtem Boden, ſondern vielmehr von der ſchlechten Behandlung des Waldes.— Man darf alſo beym Anblicke eines ſchlechten Beſtandes den Bo⸗ den nicht ſogleich für ſchlecht anſprechen; denn bey guter Bewirthſchaftung wird der künftige Holzwuchs
dem Boden angemeſſen ſeyn.
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