Teil eines Werkes 
1 (1819) Erster oder theoretischer Theil. : nebst einem illuminirten Forstkarten-Schema und mehreren Tabellen.
Entstehung
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Zweyter Abſchnitt. Von Unterſuchung des Waldbodens und der Lage deſſelben.

E, iſt bekannt, daß der Waldboden, oder überhaupt die oberſte Schichte der Erde, aus ſehr verſchiede⸗ nen Beſtandtheilen zuſammengeſetzt iſt. Man weiß ferner, daß dieſe Erdbeſtandtheile in leichte und ſchwere, und in lockere und bindende abgetheilt werden, und daß einige der leichten Erdarten, welche zunächſt oben liegen, und Dammerde genannt werden, aus verfaulten Pflanzen und Thieren ent⸗ ſtanden ſind. Und man weiß, daß entweder alle dieſe Erdbeſtandtheile, oder nur einige davon, in auſſer⸗ erdentlich verſchiedenen Vethaͤltniſſen untereinander gemengt erſcheinen. Auch weiß man, daß der ge⸗ wöhnliche Grad der im Boden beſindlichen Feuchtigkeit, theils von der Beſchaffenheit der Erdbeſtandtheile, theils von der ebenfalls ſehr verſchiedenen Lage des Waldgrundes, und überdem noch von vielen örtlichen Umſtänden abhängt. Es iſt ferner bekannt, daß nach Verſchiedenheit der geographiſchen Lage eines Land⸗ ſtriches, die herrſchende Witterung mehr oder weniger warm oder kalt, feucht oder trocken iſt, und daß ſelbſt bey ganz gleicher geographiſcher Lage, die Luft in den Thälern dicker, oder mit mehr nahrhaften Ur⸗ ſtofftheilchen angefüllt und wärmer iſt, als auf höheren Bergen. Und man weiß endlich auch, daß in rauhen Gegenden Schneeanhang, Rauhreif und Froſt im May, ja ſogar im Junius, nicht ſo ſelten ſind, als in Gegenden, die ein milderes Clima haben. Allles dieſes lehrt die allgemeine Naturgeſchichte und die Erfahrung.

Dagegen hat man auch die Beobachtung gemacht, daß die Wegetation der Holzpflanzen, nach Ver⸗ ſchiedenheit dieſer Umſtände, ſehr verſchieden ausfällt. Die eine liebt, oder verträgt wenigſtens, einen Stand in leichtem Boden, die andere in ſchwerem Boden; die eine Holzart will trocken, die andere will feucht ſtehen. Die eine will mit ihren Wurzeln tief in den Boden dringen, die andere ſchickt ihre Wur⸗ zeln nur ſeichte in die Erde aus. Die eine will im warmen, die andere im gemäßigten, und eine dritte im kalten Clima ſtehen, um gut vegetiren zu koͤnnen; die eine Holzart will zu ihrem guten Fortkommen eine dicke, die andere eine dünne Luſt. Von der einen Holzart erfrieren die Blüthen, die neuen Triebe und die jungen Pflanzen bey Spatfröſten im Frühjahre, bey einer andern findet ſolches ſo leicht nicht Statt. Die eine Holzart dauert bey Rauhreif und neeanhang aus, die andere bricht unter ſolchen Umſtänden zuſammen. Die eine kann den Stürmen tretzen, die andere wird davon leicht umgeworfen. Kurz, es hat jede Holzart ihr Eigenthuͤmliches in allen vorhin genannten Rückſichten. Nur darin kommen die meiſten von unſeren nützlichſten Holzarten überein, daß ſie in einem gemäßigten Clima, und in einem Boden, der das Mittel zwiſchen locker und bindend, und zwiſchen trocken und ſeucht hält, und dabey eine ſtarke Damm⸗ erdenſchichte hat, am beſten wachfen.

Um